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Posts Tagged ‘Berufung’

Machen wir doch nicht den Fehler zu glauben, dass es ein „davor“ gebe, in dem das Leben weniger heilig, weniger kostbar, weniger Leben selbst sei. Wir haben so viele Arten, unser Leben in Fragmente zu schneiden und einige dieser Fragmente für unbedeutend, unnütz oder vergebens zu halten, und grösser könnte unser Irrtum kaum sein – und wie oft begreifen wir dies, doch erst angesichts des Sterbens. Es gibt sie nicht, diese unwichtige oder unwirkliche Zeit „vor“ dem Erwachen, vor der Berufung, vor der mystischen Erfahrung, vor der Heilung, vor der Begegnung mit dem Seelengefährten. Es gibt nur Leben, das wächst und atmet und stockt und bricht und wogt und abebbt und wieder aufs neue strömt.

Das Leben, jeder Seufzer, jede Träne, jeder Triumph und jedes Scheitern, ja jede Zelle und jedes Atom sind durch und durch heilig, und selbst wenn die tiefste Gotteserkenntnis Dich heute erschütterte und aus Dir einen neuen Menschen machte, und Dein ganzes Gewordensein in ein anderes Licht rückte, so wäre Dein Lebensweg immer noch Ausdruck einer Liebe, die viele Gestalten annimmt und die um jedes Haar auf Deinem Kopf weiss und um jede Träne, die Du vor der Welt zu verstecken trachtest, und deren Weisheit auch jene Momente ersonnen hat, in denen Du noch nichts anderes sehen kannst als heilloses Chaos.

Es gibt eine Liebe zum Leben, die alles andere ist als süss und leicht – sie tut nicht weniger als alle Sekunden gewordenen Lebens, die unrühmlichsten und schmerzvollsten noch, in sich zu bergen mit einem bodenlosen Vertrauen, das nur aus dem Feuer der Kapitulation und des Nichtwissens hervorgehen konnte. Wenn es etwas gibt, das wir angesichts des Endenden begreifen dürfen, auch angesichts des endenden Jahres, mit Blick auf alles was es uns schenkte und auf alles, dessen es uns beraubte, so ist es wohl dies: Leben ist kostbar, ist heilig, und in ihm ist eine so zwingende und bezwingende Kraft und Schönheit, der wir, halten wir auch nur einmal aufrichtig inne, nur erliegen können. Aus diesem Erliegen ergibt sich das, was wir kindlicherweise immer „Vorsätze“ nennen, von ganz alleine: ein Wunsch kristallisiert sich heraus, nichts mehr gering zu achten, was das Leben hervorbringt.

Diesem Leben, an dem wir so oft herumdoktern als sei es eine Krankheit, wohnt alles inne, zusammen mit einer Weisheit, die das Wie und Wann zu orchestrieren weiss, und wir haben diesen Sprung zu wagen, dieser Orchestrierung zu vertrauen, und unsere Kontrollsucht niederzulegen wie ein müder Krieger seine Waffen.

In einem der schönsten Texte der Bibel ist dieses tiefe Wissen festgehalten, und es mag den ein oder anderen verwundern, dass dieser Text aus dem Alten Testament stammt, das wir so oft für unlesbar oder unzeitgemäß halten.

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte. Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt, wobei zugleich immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und durch seinen ganzen Besitz das Glück kennen lernt, das ein Geschenk Gottes ist. Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden. Damit bewirkt Gott, dass die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. Was auch immer geschehen ist, war schon vorher da, und was geschehen soll, ist schon geschehen und Gott wird das Verjagte wieder suchen.“ (Kohelet 3,1-15)

Ich wünsche Euch einen friedlichen Jahresausklang und einen beherzten Schritt ins neue Jahr. Möge es Leben in Fülle für uns alle sein.

Bild: © Eyvind Earle

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Ich werde das häufig gefragt, und vielleicht nur deshalb, weil ich es nicht klar genug erwähne: ich verstehe mich als Dienstleisterin und selbstverständlich kann man mich auch konsultieren.

Meine Einzelarbeit – Ich unterstütze Dich auf dem Weg in ein sinnerfülltes, herzensfrohes Leben

Gerade wenn es im Alltag hoch her geht, ist es wichtig, das Auge des Sturms zu finden, den stillen und heiligen Ort, an dem wir immerzu unbeschadet, frei und im Frieden sind.Gerne unterstütze ich Dich auf diesem Weg, Dir das stille Sanktum in Deinem Herzen mehr und mehr zu erschließen aus dem Du ein sinnerfülltes, glückliches Leben in tiefer Verbundenheit mit Himmel und Erde schöpfst. Ich weise daher auf meine Einzelarbeit hin:

Spirituelle Wegbegleitung/Coaching: Ich begleite Dich telefonisch und per eMail auf Deinem persönlichen Weg der Herzensöffnung und Entfaltung. Sporadisch oder regelmäßig.

Finanzieller Ausgleich pro Stunde: 60 € (regelmäßige Begleitung/Paketpreise möglich)

Impulssitzung: Du stellst bist zu drei Fragen, und ich gehe mit ihnen ins Gebet. Dann händige ich Dir einen inspirierten Text aus. Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 155 €

Übermittlung von individuellen Gebeten/Ritualen mit denen Du regelmäßig arbeiten und Deine spirituelle Praxis vertiefen kannst: Deine Gebete/Rituale empfange ich in kontemplativer Stille. Diese werden Dir schriftlich ausgehändigt, Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 135 €

Dein persönliches Mantra: Nach einem telefonischen Vorgespräch gehe ich für Dich ins Gebet und empfange für Dich ein wirksames Mantra. Dieses händige ich Dir als Musik/Sprach-CD zusammen mit einem Fotodruck und einer Anleitung für diese heilsame Andachtspraxis aus.

Finanzieller Ausgleich für Dein Mantra: 100 €

Meine Einzelarbeit verstehe ich als überkonfessionell und frei. Du bist innerhalb jeder Konfession ebenso wie außerhalb davon willkommen. Ich schöpfe aus mehr als 25 Jahren spiritueller Praxis und inneren Betens – was soviel bedeutet wie: ich kenne die blühenden Gärten an unserem Seelengrund ebenso wie die Wüsten. Und ich kenne viele frohe Wege der Er-MUT-igung. Die Gaben, die mir zur Verfügung stehen, habe ich von Gott geschenkt bekommen – dementsprechend verstehe ich es als meine Pflicht und Freude, sie dem Menschen zur Verfügung zu stellen.

Ich freue mich auf Deine Anfrage (eMail: giannina@klanggebet.de, Tel.: 030-39934477)

Heilsame Klänge findest Du im Shop unter www.klanggebet-shop.de

 
einzelarbeit2014

 

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Neulich las ich eine amüsante Anekdote. Sie ging sinngemäss etwa so: Ein Schüler fragte den Guru Papaji: „Meister, ich wohne in einer sehr lauten Strasse, und unter meiner Wohnung ist ein Geschäft in das täglich viele Menschen ein- und ausgehen. Es ist so unruhig wie in einem Bienenstock, und der Lärm stört mich entsetzlich. Wie kann ich meine meditative Stille bewahren?“

Unter den Schülern Papajis knisterte die Erwartung. Denn was würde der Meister wohl alles kluges dazu sagen können. Zum Beispiel: „Finde die Stille hinter dem Lärm“, oder „Umarme den Lärm“, oder „Der Lärm ist nur Illusion“. Sicher hätten sich tausend Gelegenheiten für solche Sätze geboten.

Doch der Meister antwortete: „Zieh um.“

Warum ich diese Anekdote erzähle? Weil auch ich täglich in meiner Arbeit mit Menschen Kontakt habe, die einen großen Leidensdruck empfinden. Beispielsweise befinden sie sich in höchst problematischen Beziehungen, in stressbehafteten Berufen, oder in quälenden Anfeindungen.

Was ich dann immer wieder höre, macht mich ebenso hellhörig wie traurig. Denn viele Menschen sind, infiziert von zeitgenössischen Selbstheilungslehren, von LoA, Manifestationsfantasien, von flachen Transformationskonzepten oder von folgenreichen Fehlinterpretationen östlicher Weisheitslehren, nahezu vollständig paralysiert und handlungsunfähig, und nicht im Stande, Situationen, die schon seit Jahren als ausweglos oder schadhaft erkannt werden, zu verlassen.

Ein Beispiel: da bleibt jemand in einer Beziehung mit einem Mann, der cholerisch ist, gewalttätig, untreu, respektlos. Da bleibt jemand in einem Beruf, obwohl er seit Monaten gemobbt, gedemütigt oder nicht bezahlt wird. Da bleibt jemand in einer Freundschaft, obwohl psychischer Missbrauch geschieht. Kurzum: in einer Situation, in der er sich als zutiefst unfroh und unfrei erlebt.

Ich begegne Menschen, die zutiefst internalisiert haben, dass sie, wenn sie nur in der Lage wären, ihre „Blockade“, ihr „Muster“, ihr „Karma“ oder ihren „blinden Fleck“ aufzulösen, nicht nur sich selbst heilen sondern ihre gesamte Umwelt schlagartig in Einsicht und Tugend katapultieren würden. Mehr noch, sie betrachten es oft sogar als ihre Aufgabe, eben dieses zu tun. „Was will mir das Außen denn zeigen, was ich noch im Inneren lösen muss?“ ist das endlose Mantra dieses Glaubens, denn der Mensch bezieht absolut alles auf sich. Da bahnt sich ein Martyrium den Weg, das kaum noch zu verlassen ist, weil es von zahllosen Dingen genährt wird:

Von der Angst – der Mensch denkt, er verfehle seinen Seelenauftrag, wenn er sich nicht opferbereit einer unerträglichen Situation fügt. Dementsprechend gestattet er sich selbst nicht die Freiheit, die Situation zu verlassen.

Von Narzissmus – der Mensch denkt, gemäß dem stark vereinfachten Prinzip von „wie innen, so aussen“, dass es nur einer inneren Einsicht bedürfe, und alle involvierten Menschen würden sich gleich miterlöst dem Richtigen zuwenden. Dementsprechend denkt er, es obliege seiner Verantwortung, die Anderen zu „retten“.

Von einer infantilen Bedürfnisstruktur – der Mensch denkt, einem Kind gleich, dass es absolut nicht akzeptabel oder möglich sei, von einem tief empfundenen Wunsch abzulassen. Er fordert die Befriedigung seines Bedürfnisses unerbittlich ein – die gelingende Beziehung, den stressfreien Beruf, den Wohlstand – und sei es, wie in diesem Fall, durch Selbstkasteiung.

In den Resonanz- und Manifestationslehren ebenso wie in so gut wie allen anderen zeitgenössischen Lehren befinden sich ohne Zweifel respektable Wahrheiten für den der aufmerksam genug hingucken mag, allerdings führen Reduktion und Misinterpretation immer aufs Neue dazu, dass Menschen ihre eigene Freiheit und Gestaltungskraft entäußern und sich in einen Teufelskreis aus Leiden fügen, den sie selbst mitverursachen. Sie tun dies in gutem Glauben und mit gutem Willen, doch ohne gutes Ergebnis.

Solange Du glaubst, Du könnest die Außenwelt den vermeintlichen Erkenntnissen Deiner Innenwelt unterwerfen, befindest Du Dich immer noch in Selbst- und Kontrollsucht. Selbst- und Kontrollsucht aber liegt immer die Angst zugrunde, und nicht etwa die Liebe, für die Du meinst, Dich gerade aufzuopfern. Du befindest Dich in einem Narzissmus, der alles persönlich nimmt, von der unfreundlichen Kassiererin bis hin zum Unwetter, das dir das Dach Deines Hauses wegreisst. Dass Deine Haltung Einfluss auf die Außenwelt hat, ist unbestritten, doch werde nicht maßlos selbstüberschätzend in der Betrachtung dieses Einflusses.

Es gibt keine Regel, wie mit einer dramatischen Partnerschaft, einem belastenden Job oder einer nervtötenden Freundin umzugehen sei. Dass es eine Regel gibt, möchten Dich viele der zeitgenössischen Selbstheilungslehren jedoch glauben machen. Es gibt bloss jeden Tag aufs Neue Deine schöpferische Freiheit, Deinen Mut, Dir und dem Anderen gegenüber ehrlich zu sein, Deine Wahl, Dich hingebungsvoll in eine schmerzvolle Situation zu fügen oder sie hingebungsvoll zu verlassen, oder Dich für weitere Jahre um Entscheidungen zu drücken. Niemand bringt Dich um die Qual dieser Freiheit. Um die Verantwortung. Um die Erkenntnis, dass auch der Andere frei ist, selbst frei noch von Deinen Wünschen.

Wenn Dir also demnächst ein Heiler, Guru oder Lehrer erzählt, Du müssest nur weniger bewerten, gottergebener sein oder den karmischen Knoten aus der französischen Revolution lösen, damit der Lärm unter Dir im Laden verschwindet, wenn Du versucht bist, das Leben totzuabstrahieren, dann ziehe in Betracht, dass es weitaus ehrlicher, heilsamer und naheliegender sein könnte, schlicht und ergreifend umzuziehen.

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Wenn Du etwas Neues beginnst, vertraue auf deine Faehigkeiten. Auf die, die Du kennst, aber mehr noch auf die, die Du noch nicht kennst – und wisse, es sind viele. Wenn Du etwas Neues beginnst, vertraue darauf, dass dem Leben selbst Weisheit innewohnt, die Dich genau an diesen Punkt, an diesen Ort, in diese Situation geführt hat. Wenn Du etwas Neues beginnst, genieße den Zauber des Neuen und lass Dich vom Schrecken des Neuen nicht verängstigen. Denn alles was passieren kann, ist, dass Du Erfahrungen machst, an denen Du wachsen und reifen kannst, und Leben war und ist immer Lernen und Erfahren und Entgrenztwerden. Wenn Du etwas Neues beginnst, reise, auch wenn Du das Ziel Deiner Reise noch nicht kennst. Der Reisende grüßt das Unbekannte, und das Unbekannte grüßt ihn und füllt ihn an mit Leben. Bedauere nicht, dass Du eine Gewohnheit hinter Dir lässt, einen Tagesablauf, ein vertrautes Immergleiches, eine Comfort Zone. Denn diese Dinge wiegen Dich in Sicherheit und verschaffen Dir eine Ruhe, für die Du oft einen viel zu hohen Preis zahlst. Den, Deine Größe nie zu erfahren. Den, nie die Freude zu erleben, an einer Herausforderung zu wachsen. Den, nie von der Freiheit zu kosten, die im Verlassen der Grenzen liegt. Wenn Du etwas Neues beginnst, akzeptiere, dass Dir vielleicht das Herz bis zum Hals schlägt. Dass Du Dir vorkommst wie ein Kind, wie ein Unwissender, wie jemand der nicht weiss was er tut. Liebe den Mut, den Schritt dennoch zu gehen. Liebe die Reise, die Dich in neues blühendes Leben führt. Liebe den Moment, in dem Du erkennst, dass all das Neue, all das Beängstigende, all das Unwägbare Segen war und ist. Dir geschenkt, auf dass sich Deine Seele entfalte und ihre Flügel ausbreite, an einem Himmel voller Seelen, die mit Dir auf Reisen sind.

wagedasneue

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Neulich im Gespräch über spirituelle „Trends“ fragte mich jemand, was mich denn eigentlich an den ganzen Manifestationslehren, dem LoA und den Wünschdirwas-Lehren so störe. Die Antwort kam simpler aus mir heraus, als ich angenommen hatte: Mich stört daran, dass die einzig relevante Frage darin zu sein scheint „Was kann ich bekommen“.

Denn vorzugsweise wird diese Frage ja von Menschen gestellt, die im Vergleich mit einem großen Teil der Weltbevölkerung (und selbst ohne diesen Vergleich) bereits alles haben. Ja sicher könnte man erfüllter sein, zufriedener, seine Gaben mehr entfalten, und mit einer größeren Kraft in die Welt treten. Aber ob man dafür wirklich einen neuen Job, eine neue Wohnung, eine neue Beziehung und eine neue jugendliche Dynamik wünschen und bekommen muss, sei dahingestellt. Es liegt ja nahe, dass unsere Wunschkanonaden nur Resultat einer Leere sind, die mit keinem Haben zu füllen ist, und dass jedes weitere Habenwollen nur schmerzlich an die Versagung rührt, die wir selbst uns auferlegt haben.

Wieso fällt es uns nicht leicht, mit derselben Inbrunst, mit der wir unsere Wunsch-Schrotflinte ins Universum richten, zu fragen: Was kann ich geben? Was kann ich tun? Wie kann ich das sein, was dieser Welt fehlt?

In Jesaja 43,1 heisst es:

Ich habe Dich beim Namen gerufen. Du gehörst mir.

Eine fruchtbare spirituelle Übung ist es, mit diesem Satz ins Gebet zu gehen. Alle Wünsche die so groß scheinen, leise werden und in einen Herzenswunsch fließen zu lassen, der diesem Ruf und diesem Ge-Hören entspringt. Still zu werden und dann aus der Stille des Herzens die Worte aufsteigen zu lassen:

„Hier bin ich. Du hast mich beim Namen gerufen. Ich gehöre Dir. Offenbare mir, was ich geben kann. Was ich tun kann. Wie ich sein kann, was meiner Heimat in Dir entspricht. Wie ich sein kann, was dieser Welt fehlt.“

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Heute gibt es frohe Kunde: Die erste KLANGGEBET CD „Herzensgebet“ ist fertig gestellt und bereit, ihren Weg in alle durstigen Ohren zu finden – möglicherweise ja auch in Deine?

„Herzensgebet“ enthält zwölf  Tracks mit über sechzig Minuten Spielzeit – eine Klangreise mit segnenden, stärkenden, klärenden und erbauenden Liedern im Geiste lebendiger und überkonfessioneller Spiritualität.

In diesem Monat wird das KLANGGEBET Projekt drei Jahre alt. In den drei Jahren hatte ich viel zu tun, und widmete meine Aufmerksamkeit ganz der Einzelarbeit, den persönlichen Klanggebeten, aber auch spiritueller Wegbegleitung in verschiedenen Facetten. Zeit für „Alle“ nahm ich mir in den Klanggebeten, die zum kostenlosen Download angeboten wurden, darunter Seelenlieder, Mantren und Meditationen (und natürlich hier im Blog). Immer wieder wurde ich gefragt, ob es nicht mal eine CD zu freien Erwerb geben würde, aber irgendwie fand sich dazu nie die Zeit. Nun, ich habe festgestellt: Zeit findet sich nicht, Zeit muss man sich nehmen. Was ich hiermit getan habe, um „Herzensgebet“ in Ruhe aufnehmen zu können.

Auf „Herzensgebet“ finden sich einige der bekannten Lieder, darunter „Mutter Erde“ und „An den Menschen“, darüber hinaus sieben neue Klanggebete, die zu einer Reise der Innerlichkeit einladen, zu Erneuerung und zu einer tatkräftigen Hinwendung zur Welt.

Hörproben gibt es unter folgendem Link auf meiner Website: Herzensgebet CD – Hörproben und Bestellung.

Ich freue mich über jeden, der die CD erwirbt und sich mit den Klanggebeten neue Gebets- und Erfahrungsräume erschließt. Bestellungen nehme ich ab sofort entgegen – der Versand der CD erfolgt aus logistischen Gründen ab dem 21.6. 2012, dem Tag an dem das Klanggebet Projekt erfreulicherweise seinen dritten Geburtstag erlebt (Festtagsfreude ist also auf jede CD gekleckert, die ihre Reise antritt).

Tracklist:

1. An den Menschen
2. Du bist das Land, das ich betrete
3. Ich bin verwurzelt
4. Dein Herz wird gesund
5. Dankgebet
6. Mein Bruder, mein Freund
7. Wir sind bei Dir
8. Öffne Dein Herz
9. Mutter Erde
10. Du bist alles was ich will
11. Gotteslicht
12. Fürchte nichts
 
Und das alles hätte ich nun freilich auch anders sagen können, beispielsweise so:
 

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Geben aus dem Empfangen – eine Betrachtung (nicht nur) für Menschen in Heilberufen

"Source" © Dogan Soysal

Von Kollegen aus den Heilberufen aber auch von mir selbst kenne ich das Phänomen: man hat zuviel Energie herausgegeben und zu wenig Selbstversorgung betrieben – dann stellt sich bisweilen Erschöpfung ein. Und sicher kennst Du das auch, denn wir alle tun das gelegentlich, und manche leben sogar über lange Zeiträume so, bis aus Alarmzeichen Alarmstimmung wird, und Burnout oder andere Krankheitsbilder zu Tage treten. Grundsätzlich kann das jedem Menschen passieren – aber die „helfenden Berufe“ bilden von Natur aus ein besonders anfälliges Milieu dafür.

Zuviel gegeben zu haben, sich ver-aus-gabt zu haben, das ist per se erst einmal gar nichts ausser einem Ungleichgewicht – weder zeichnet es einen als besonders tugendhaft aus, noch als besonders lebensunfähig, denn die verschiedensten Ansprüche, Motive, Verhaltensmuster, Persönlichkeitsanteile oder Denkstrukturen können dafür Auslöser sein. Am besten überspringt man es also gleich, sich dessen zu rühmen oder zu schämen, denn es führt nur von der eigentlichen Frage weg, warum man sich in diese Situation manövriert hat.

Manch einer gibt zuviel aus dem Gefühl heraus, der Welt etwas schuldig zu sein. Manch einer gibt zuviel aus der Sorge heraus, er werde nicht geliebt. Manch einer wiederum gibt zuviel, weil er das Leiden des Anderen nicht ertragen kann, weil er zu wenig achtsam mit sich selbst ist, weil er sich überschätzt oder den Anderen unterschätzt, es gibt sicher abertausend Gründe dafür, und wenn Du das Gefühl hast, oft zuviel zu geben, dann wird Dir niemand abnehmen können hinzusehen, woran das wohl liegen mag.

Alles ist leicht, alles ist Überfluss?

In heilerischen Berufen neuerer Denkart begegne ich oft dem Glaubenssatz, dass Heilarbeit den Heiler keine Energie koste, sondern ganz im Gegenteil, ihm selbst Energie schenke. Dass es nicht „anstrengend“ sei, dem Klienten zu helfen, denn die Energie die dort fließe, bezöge man ja nicht aus sich selbst, sondern aus dem „All-Einen“, aus dem „Göttlichen“, aus dem „Universum“ oder dem „Bewusstsein“.

So sehr ich auch die Annahme teile, dass die Kraft die für diese Arbeit nötig ist, aus dem Göttlichen bezogen wird, so wenig kann ich mich für die Haltung erwärmen, die da meint, sich dem Nächsten mitfühlend, achtsam und in der menschenmöglichen Bandbreite „medialer Wahrnehmung“ zuzuwenden, koste keinerlei Kraft oder Anstrengung. Diese Haltung entspricht zwar der heute vielfach verbreiteten Wünschdirwas-Mentalität, die vor allem auf das verweist, was „bereits da“ ist, und weniger auf das blickt, was konkret „erarbeitet“ werden muss, und sicher verweist sie auch auf unsere Bequemlichkeit, die auch vor spirituellen Angelegenheiten nicht Halt macht, sie ist dadurch aber längst nicht realistisch.

"Divine Source" © Alexandra Florschutz

Heilarbeit ist Arbeit

Nach meiner Erfahrung bedeutet, sich auf einen Menschen offen, achtsam und mitfühlend einzulassen, immer eine Anstrengung, und daran ist nichts falsch oder verwerflich – doch hier und da ist die „Anstrengung“ unverdient in Verruf geraten als Signum des Angestrengtseins, ergo des Nicht-in-der-Fülle-und-Leichtigkeit-Seins.

Mir haben schon heilerisch arbeitende Menschen im Brustton der Überzeugung gesagt, dass der, der eine Anstrengung aufbringen müsse, schlicht und ergreifend etwas falsch mache, denn Liebe sei ja schliesslich immer leicht, und alles sei immer im Überfluss da. Ich kann mich solcherlei Jubelspiritualität nicht anschliessen, und zwar aus vielen Gründen:

Mitgefühl erfordert Gleichgewicht

Menschen, die einen Heiler konsultieren, kommen in der Regel mit einem Leidensdruck oder einer Not, und diese dürfte an jedem Menschen, in dessen Brust ein Herz schlägt, nicht spurlos vorüber gehen. Das heisst, dass ein Heiler, ebenso wie jeder andere Mensch in seinem Wirkungskreis eben auch, abends möglicherweise an die Anliegen seiner Klienten denkt, anstatt ans Einschlafen. Nicht selten wird der Heiler direkt mit Energien des Klienten konfrontiert und nimmt Anteil daran – sehr eindrucksvoll kann man das beispielsweise in Clemens Kubys Film „Unterwegs in die nächste Dimension“ sehen, wenn die koreanische Mudang Hiah Park nach einer Heilsitzung in Tränen aufgelöst ist, weil sie knietief im Leiden des Klienten steht, weil sie mitfühlt und weil sie im Heiltanz ihre Kräfte verausgabt.

Dass man bei viel Heilarbeit – also rasch ein- und ausgehenden Klienten – nicht aus dem Mitgefühl, allerdings auch nicht in ein lähmendes Betroffensein fällt, das erfordert ein Gleichgewicht, kurz gesagt eine innere Haltung, die wachsen und gepflegt sein will.

Mediale Wahrnehmung fordert höchste Aufmerksamkeit

In vielen Heilberufen ist eine Form medialer Wahrnehmung gefragt, etwa wenn man als schamanisch Reisender in die Anderswelt schaut, oder wenn man als klassisches Medium ein Reading gibt, oder auch wenn man als Geistheiler eben auf einer anderen Ebene des Seins zu „sehen“ versucht, was Ursache des Problems ist und welche Lösungswege sich abzeichnen. Die hierbei nötige Gedanken- und Urteilsstille ist nicht mit einem Fingerschnipsen herzustellen.

Nach meinem Empfinden ist mediale Wahrnehmung „nur“ eine Ausdehnung des Gesichtsfeldes, denn so wie wir hören und sehen, wissen und fühlen können, können wir prinzipiell eben auch dort sehen und hören, wissen und fühlen, wo unsere Seh-, Hör- und Tastorgane enden. Und das ist überdies erlernbar, wie es auch erlernbar ist, in einer Sinfonie die verschiedenen Instrumente und deren Melodielinien „herauszuhören“. Da die mediale Wahrnehmung aber in unserem Kulturkreis und Alltagsbewusstsein selten gefragt ist, wird sie von uns in der Regel als anstrengender empfunden, als etwa mit dem physischen Auge „genauer hinzusehen“. Da die Sprache der geistigen Welt in der Regel als sehr subtil wahrgenommen wird, ist es anspruchsvoll, seine Wahrnehmung in jene subtilen Gefilde hineinzuschulen: etwas mit dem physischen Ohr zu hören ist gewissermaßen „laut“, während etwas mit dem inneren Ohr zu hören, sehr leise und filigran sein kann.

"Pigeon Symphony" © Yen

Natürlich kommen in der medialen Wahrnehmung viele Aspekte zum Tragen, die auch für den Alltag Gültigkeit haben, beispielsweise hat man zu einem Klienten eine direkte Verbindung und zum Nächsten vielleicht nicht. Auch die Tagesform ist entscheidend. Ebenso spielt das Anliegen des Klienten eine Rolle, und seine grundsätzliche Offenheit. Das eine Medium ist überdies ein Naturtalent, das andere muss vielleicht ausgiebig an sich arbeiten, um virtuos in seinem Tun zu werden.

Gott wirken lassen: ja. Verantwortung tragen: auch ja.

Die ganzheitliche Wahrnehmung also nimmt uns schon ordentlich ins Gebet, und verlangt uns etwas ab, und dann begleiten wir einen Menschen für ein Stück, und lesen mit ihm Spuren, und das heisst nach meinem Ermessen in seriöser Heilarbeit, dass dann die eigentliche Arbeit beginnt, auch und gerade für den Klienten, dessen innere Weisheit hier auf den Plan gerufen wird. Einen Glaubenssatz zu verneinen oder ein Karmaband durchzuschneiden, ist keine Spontanheilungsmethode, nach deren Anwendung alle glücklich nach Hause gehen. Viel eher kann dies ein Impuls sein, an den sich eine langfristige Veränderung knüpft.

Braucht ein Klient für den sich daran anknüpfenden Weg noch Unterstützung, so ist sensibel und weitsichtig zu ermessen, welche Art der Hilfestellung sinnvoll sein könnte. Hier ist auch die Ehrlichkeit gefordert, einzuschätzen, ob der Hilfesuchende nicht an anderer Stelle besser aufgehoben wäre. Ich behalte im Fokus immer ganzheitliche Wege zur Heilung, und das schließt klassische Wege der Medizin und Psychologie freilich mit ein. Wenn ich den Eindruck habe, dass ein Mensch unter Labilität leidet oder unter Zuständen, die weniger spirituell als tendentiell psychologisch auffällig sind, werde ich dem Hilfesuchenden empfehlen, einen Psychologen aufzusuchen. Natürlich gehört zu so einer Einschätzung nicht nur so etwas wie „der Geist der Unterscheidung“, sondern auch Wissen über diverse Krankheitsbilder und ein Gespür für die eigene Sendung und deren Grenzen (!).

Gerade diese Frage, welchem Klienten zu helfen sei und welchem möglicherweise nicht, stellt eine große Verantwortung in den Raum – und eine Verantwortung zu tragen, ist, egal in welchem Milieu wir uns bewegen, immer eine Anstrengung.

Methoden, die auch den Körper strapazieren

"Midnight Oil" © Pamorama Jones

Auch der Körper muss Anstrengungen unternehmen: wer schamanisch arbeitet, oder in anderer Tradition Trancezustände herstellt um darin Heilwege beschreiten zu können, weiss, wie erschöpfend das körperlich und psychisch sein kann und dass hier eine Regerationsphase dringend nötig ist.

Verschiedene mir bekannte Schamanen mussten auf schmerzliche Weise lernen, wie viele Klienten sie in einem Monat überhaupt behandeln können, ohne selbst auszubluten. Aber auch andere Heilformen sind kräftezehrend. Am Ende ist in der Heilarbeit der gute Wille nicht entscheidend – und sich aufzuopfern dient am Ende meist niemandem.

Man ist gefordert, ein für sich praktikables Arbeiten zu finden, und weise mit den eigenen Gaben und Kräften umzugehen. In der Regel verändern sich beide über die Jahre erheblich.

Heilung geht immer in beide Richtungen

Es ist richtig, dass jemand, der im Heilberuf arbeitet, ständig selbst auch Heilimpulsen ausgesetzt ist. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass er sich nach einer Sitzung als Agierender belebt oder gestärkt fühlt (auch wenn das erfreulicherweise vorkommt). Viel öfter kann es heissen, dass der Heilerisch Arbeitende mit seinen Schattenanteilen konfrontiert wird, mit Aspekten in seinem Leben, die selbst der Heilung bedürfen, mit Erweiterungen seines Gesichtsfeldes die Transformationscharakter haben und dementsprechend schmerzlich sein können, oder auch mit „Wachstumsschmerzen“.

Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, aber erwähne es gerne explizit, dass einen Heilberuf auszuüben, immer auch heisst, an sich selbst zu arbeiten, und sich die Bereitschaft zu bewahren, niemals „fertig“ zu sein. Das betrifft nicht nur den Umgang mit dem eigenen Lebensweg, sondern sicher auch die ganzheitliche Wahrnehmung, die sich fortwährend verfeinert und die in dieser Verfeinerung auch gepflegt werden will.

Heilarbeit stellt schließlich den Anspruch an den Heilenden, durch eine Praxis der Achtsamkeit, welche das auch immer sei – Meditation, Yoga, Gebet oder anderes – sich in einer Haltung der Aufmerksamkeit und des Mitgefühls zu bewegen, um die angenenommene Verantwortung wach und stark zu tragen, und um seine eigenen körperlichen, psychischen und spirituellen Kräfte aufrichtig einzuschätzen. Anzunehmen, dass man Grenzen hat, ist daher fundamentaler Teil des Heilberufes.

Heilung – Erwartungen klären

"The Gift" © Ralph Taylor

Was erwarten wir oder Klienten, wenn wir von Heilung sprechen?

Viele zeitgenössische spirituelle Artikel und Bücher sprechen davon, dass der heile Mensch gesund und kraftvoll sei, mächtig und weitgehend leidensfrei.

Ich teile diese Auffassung nicht, und halte sie sogar für bedenklich, da sie den Rückschluss zulässt, dass jeder Kranke oder Leidende eben nicht heil sei, was im Kontext von „Du erschaffst Dir Deine Realität“ in dem diese Aussage oft daherkommt, freilich bedeutet, dass der Leidende etwas fundamental falsch gemacht haben muss.

Nach meinem Ermessen bedeutet Heilwerden – und ich schätze das Wort „Werden“ weit mehr, weil es auf die ständige Bewegung des Lebens verweist – eben nicht notwendigerweise Abwesenheit von Krankheit oder Glättung der großen und kleinen Lebenswogen. Viel eher bedeutet Heilsein eine zunehmende innere Klarheit und Bejahung, die eine uns oft bis dato unbekannte Dimension von Frieden, Wahrhaftigkeit und Liebe berührt, und die, immer mehr Lebenshaltung werdend, Kraft hat, ein ganzes Leben nachhaltig zu verändern.

Wer wäre wohl „heil“ zu nennen? Ein Gesunder, der Konflikte weiträumig umschifft, oder ein Kranker, der es schafft, seine Krankheit in Liebe anzunehmen?

Ich hantiere nicht mehr mit diesen Kategorien von heil sein oder nicht heil sein. Es steht mir gar nicht zu. Stattdessen erlaube ich mir, das Leben als eine Heilwerdung zu betrachten, im Sinne eines Wachstums, einer Klärung, einer Ganzwerdung, eines Verkörperns der eigenen Gaben und Aufgaben, einer Selbsterkenntnis, wohlwissend, dass all diese Begriffe nur ohnmächtig nach dem Wunderbaren im Menschen tasten, das sich entfalten möchte, in dieser Welt.

Geben kommt aus dem Empfangen-Haben

"The Secret Fountain" © Gina Femrite

Als heilerisch arbeitender Mensch ist man auf den ersten Blick ein Gebender, aber alles Geben schöpft aus dem Empfangen, und das was wir empfangen, empfangen wir von Gott (dass ein Schamane oder ein Buddhist diese Kraft anders nennt, setze ich als selbstverständlich voraus). Ins Empfangen können wir jederzeit gehen. Manch einer tut das in der Stille, im Gebet, manch einer in der Natur, auf langen Spaziergängen. Es ist wichtig, den eigenen Weg zu finden, der dieses Schöpfen aus der Fülle möglich macht.

Ein Jesuswort lautet: „Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird Euch dazugegeben.“ Für mich ein Verweis darauf,  wie Geben überhaupt erst stattfinden kann. Aus diesem inneren Reich schöpft der, der überfließt.

Ein wunderschönes Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer spricht für mich aus, was wir alle sind: menschliche Brunnen.

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
er voll der Marmorschale Rund
die, sich verschleiernd, überfließt
in einer zweiten Schale Grund.

Die zweite gibt, sie wird zu reich,
der dritten wallend ihre Flut.
und jede nimmt und gibt zugleich
und strömt und ruht.

Lasst uns das Empfangen üben, das Strömen und Ruhen.

(Und als ich auf der Suche nach dem Gedicht von Meyer war und so herumstöberte, fand ich diesen schönen Artikel eines Kapuzinermönches, der aus seiner Perspektive über das Empfangen und Geben spricht – eine Leseempfehlung.)

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