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Posts Tagged ‘Dankbarkeit’

Deck die Sonne zu, Du stillstes aller Worte,
deck die Wunden zu, Du kummerloser Dank,
der ernste Engel der Vollendung schließt die Pforte,
und benetzt die Lippen Dir mit schwerem Trank.

Leg die Fragen dieses Tages in die Erde,
die Dich trägt und Deine Sohlen zärtlich küsst,
jeder Abend trägt Dir auf: nun stirb und werde
was die Liebe Gottes hier auf Erden ist.

Deck die Sonne zu, Du innigstes Versprechen,
auch das Rot des Morgens wächst in Dunkelheit.
Jeder Traum darf leuchten, klingen und zerbrechen.
In Dir glüht schon jetzt das Licht der Ewigkeit.

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Wintergebet

Ich habe zu essen,
ich habe es warm,
die Sonne stand heute
über leuchtenden Dächern,
und der Frost begrüßte mich
am Briefkasten,
in dem ein Brief einer Freundin lag.
Meine Füße tragen mich
wohin ich gehen mag,
und meinen Ohren entgeht nicht
der heitere Gesang der Vögel am Morgen.
Es geht mir gut.

Mein Herz ist angefüllt mit Dank,
wie ein Brunnen mit reinem Wasser.
Ein Brunnen aber tränkt Viele.
Gib mir den Sinn, das Herz,
den Blick und die Bereitschaft,
dort zu sein,
wo Menschen hungrig sind,
frieren, und zu viele Sorgen haben
um sich an Rauhreif und Abendgold
zu erfreuen.

Mein Glück gehört mir nicht,
es ist ein fließendes Wasser,
so wie Du ein fließendes Wasser bist,
Du Strom des Lebens.
An Deinem Herzen
will ich zu neuer Menschlichkeit
erwachen.

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Die Welt liegt da wie eine längst verklung’ne Frage,
und wie vergang’ne Stille hängt daran der Mond.
Bin ich noch Mensch, wenn ich am Anderen verzage?
An Asche, die in feuerlosen Herzen wohnt?

Bin ich noch Betende, wenn sie mich jäh verließen,
die guten Worte, die an Dankbarkeit gereift?
An ihrer statt, da wandern nun, mit nackten Füßen,
nur Bettelworte, deren Hand nach Lind’rung greift.

Wann sind die Stämme von den Wurzeln abgefallen?
Wann schloss die Erde ihren nachtgeschwärzten Schoß?
Wann wird der letzte Ruf nach Frieden ganz verhallen?
Wann stellt der Mensch des letzten Menschen Würde bloß?

Ich bin versprengt, wie tausend Tränen, tausend Splitter,
es wärmt bei Nacht die Ärmsten nur vergossnes Blut.
Die Welt war Leben, doch ihr Meister ist der Schnitter,
der nun wie rasend seine dunkle Arbeit tut.

Es gibt ein Sterben, das sie schliesst, die dunkle Wunde,
an deren Schmerz die ganze Welt sich tief entzweit.
Und jede Angst muss enden am Gebot der Stunde,
dass nun das Herz des neuen Menschen sich befreit.

Sieh doch das Blut, es strömt in tausenden Gefäßen,
als habe Gott sich jedem Zweiglein hingeschenkt.
Dass wir dies wüssten, atmeten und nie vergäßen!
Weil alles Leben, Bruder, letztlich daran hängt.

mon

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Heute feiern viele Menschen Erntedank. Was für ein schönes Fest das ist – nicht nur, wenn wir Früchte und Blumen aus unseren Gärten sammeln und uns vor Augen führen, wie uns die Erde und unserer Hände Arbeit nährt, sondern auch wenn wir auf das Jahr zurückblicken und die „Ernte“ unserer Gedanken, Taten, unserer Beziehungen und Gespräche ansehen. Die Ernte unserer Erkenntnisse und Einsichten. Was da an segensreichen Fügungen zusammengekommen ist, und was an Erkenntnissen, die an Schmerz oder an Freude gereift sind.

Erntedank – das ist kein inneres Bilanzieren unter der Perspektive „Was hab ich bekommen“ (mit anschliessender Gewinn-/Verlustrechnung), sondern das ist eine bewusste Dankbarkeitsübung, denn die Ernte wird so genommen wie sie eben ist, ob sie nun unseren Vorstellungen entspricht oder nicht.

Der wunderbare David Steindl-Rast sagt: „Nicht das Glück ist die Quelle der Lebensfreude, sondern die Haltung der tiefen Dankbarkeit. Dankbar leben heißt hellwach leben.“

erntedank

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Gebet ist der Atem der Seele. Das darf wohl im Besonderen für Mantren gelten, die die Menschheit schon seit vielen Jahrhunderten singt, spricht, schreibt und denkt.

Inzwischen biete ich eine weitere Form mantrischer Heilarbeit an: das persönliche Mantra in Schriftform und Sprachaufnahme. Dieses eignet sich auch hervorragend als Geschenk an Deine Lieben.

Das persönliche Mantra ist ein Weg, Deinen inneren Garten zur Blüte zu bringen – ein Weg zu mehr Herzensfrieden, Gelassenheit, Freude und Kraft.

Alle weiteren Infos auf meiner Website.

mantren

 

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Manchmal möchte ich so viel sagen
zu Dir, Mensch, der Du fort bist
versöhnendes Grün sein über zerklüftetem Land
doch dann bin ich stumm
weil ich nicht weiss, wie Liebe spricht

Manchmal möchte ich so viel sagen
zu Dir, Mensch, der Du leidest
tröstendes Blau sein an einem Himmel aus Sand
doch dann bin ich stumm
weil ich nicht weiss, wie Liebe spricht

Manchmal möchte ich so viel sagen
zu Dir, Mensch, der Du Unrecht tust
die Blume am Schwert sein, in Deiner Hand
doch dann bin ich stumm
weil ich nicht weiss, wie Liebe spricht

Wie spricht die Liebe, Gott,
wie spricht das Herz, das niemals endet
wie spricht der Schnee vom Rot, das ihn durchtränkt?
Ach, sprich das Wort mir zu, lass selbst das Wort mich sein
An dessen Klang allein das Wohl der Schöpfung hängt

wiedieliebespricht

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Bis zum 2.11. geht es noch hoch her mit den Ahnenfesten weltweit. Hierzulande sagen Psychologen, dass mit dem Tod von geliebten Menschen vor allem Schuldgefühle bei den Hinterbliebenen stark werden: Dinge versäumt, nicht gesagt oder getan zu haben, quälen viele. So wichtig es ist, Dinge zu tun und zu sagen und zu leben ohne sie ständig zu vertagen – Menschen aus den verschiedensten spirituellen Traditionen trägt der Gedanke, dass das Leben auch nach dem physischen Ende weitergeht. Das bedeutet auch, dass man Ungesagtes noch sagen und Versäumtes tun kann, wenn der geliebte Mensch die eine Form verlassen hat um in eine andere zu wechseln. Wir sollten es daher gern ausgiebig tun, das Sprechen mit Verstorbenen, und dabei sollten wir uns sicher sein, dass auch die Erkenntnisse, die uns erst schmerzlich treffen wenn jemand gegangen ist, zutiefst kostbar sind und dieser Welt dienen können. Und dass Heilung nicht nur für Verstorbene, sondern auch für die Hinterbliebenen auch jenseits der Grenzen des Sterbedatums und der physischen Welt fortschreitet.

An die Verstorbenen

Was ich versäumte zu sagen, das sag ich Dir nun
Und was ich versäumte an Taten, das will ich jetzt tun
Und was ich versäumte zu lassen, das lasse ich zieh’n
Und so ich versäumte zu sehen, seh’ ich nun hin
Und wenn ich vergaß Dich zu halten, so halt’ ich Dich jetzt
und bat ich Dich nicht um Vergebung, da ich Dich verletzt
so bitt’ ich Dich heute, und halte Dir hin
all dies Versäumte, und das was ich bin.
Schwer ist mir das Herz, das dankbar erkennt:
Nie liebte ich Dich mehr als in diesem Moment.

andieverstorbenen_blog

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