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Posts Tagged ‘Entfaltung’

Mich fragte einmal ein Freund, ob ich mich nicht schämte für das was ich früher sagte oder früher war. Und ich dachte nach, und sofort stach mich Scham, für das was ich kindlich fand, kühn, was ich gedankenlos fand oder zu durchdacht, was ich gesagt hatte wider besseren Wissens und was ich nicht gesagt hatte obwohl es nötig gewesen wäre.

Dann ging ich in die Scham bis sie aus meinen Poren quoll wie Blut, und dann ging ich aus ihr heraus, wie eine Mutter, die ihr blutendes Kind betrachtet mit nichts als Erbarmen im Herzen. Und dann war ich schamlos, wie eine die begreift dass Dinge eben werden, und dem Werdenden nie Qual sein kann, dass die Dinge gestern noch anders waren, und dass sie morgen anders sein werden als er ahnen könnte.

Als Künstlerin kennt man das noch auf eine andere Weise: vielleicht sind einem die Texte fremd, die man gestern schrieb, die Bilder unangenehm, die man vorgestern malte, die Lieder schal, die nur allzu schnell unter einer Patina der Vergänglichkeit verklangen. Oft ist es, als habe die Wahrheit, die aus einem drängt, eine nur kurze Halbwertszeit – ständig stirbt sie in das weiter werdende Herz hinein, das Du bist, und die gestrige Kleinheit mag sie verletzt haben.

Wenn Dich Dinge reuen, die Du gestern sagtest, für die Du gestern branntest, dann lass der Scham ihre Seufzer, aber halte sie nicht fest, denn jeder Mensch der begreift dass er ein Werdender ist, hat die Größe, die Unzulänglichkeiten des Gestern, und jene die noch kommen, in sich zu bergen. Auch Du. Und die Welt, die in Dir heranwächst, sucht sich den Ausdruck, dessen Du fähig bist – mit einer Gnade die Dir alles verzeiht, und mit einer Kraft, die alles überwindet.

Bild: © Gina-Maria Pilipovici

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Wir alle brauchen Vergebung, denn wir alle vergehen uns. Wir vergehen uns an der Freiheit des Anderen, an der Würde des Anderen, an dem Recht auf Entfaltung unseres Nächsten, der Leben ebenso verkosten will wie wir. Wir sprechen viele achtlose Worte. Wir tun Dinge, derer wir uns am nächsten Tag schon schämen. Öfter noch unterlassen wir das Nötige, das Not-Wendige, das dem Leben dienende, und schliessen die Augen vor dem Leiden des Mitmenschen. Wir denken dunkle Gedanken, in denen sich unser Gesicht viel mehr offenbart als das Gesicht der Welt oder das des Menschen, über den wir mutmaßen.

Das Christentum ist randvoll mit der Betrachtung des Schuldigwerdens, randvoll auch mit einem Aufschrei um Vergebung, und niemand geringeres rufen wir an, als die Gottheit selbst, weil wir ahnen, dass nur die reine, unkorrumpierte Liebe ausreichend sei, unsere Fehlbarkeit zu umarmen.

Aber was ist Vergebung, wenn sie nicht im Menschen Gestalt annimmt? Was ist eine Bitte um Verzeihung, wenn wir ihr nicht den Weg freimachen in die Mitte unseres Herzens, und uns ihr ergeben mit dem Willen, dem Anderen Freiheit zu schenken? Wie wird Vergebung lebendig, wenn wir es nicht sind, die einander vergeben? Wenn wir es Gott überlassen, unsere Ketten zu lösen?

„Liebt einander“, das enthält eine tiefe, folgenreiche Aufforderung zur Vergebung. Vergebung enthält ein Moment tiefer Selbsterkenntnis, denn erst der Mensch der sich als fehlbar und gefallen begreift, vermag nicht länger mit marmorner Härte von der Verfehlung des Anderen zu sprechen.
Vergebung enthält auch ein Moment tiefer Erkenntnis über die strebende, wachsende, reifende Natur des Lebens. Alles Lebendige reift am Scheitern. Am Fehler. Am Irrtum. Und es ist eine unschätzbare Lebenskunst, das Scheitern, den Fehler und den Irrtum nicht als Makel zu erdulden, sondern als Lebensatem zu begreifen. Als Weg der Reifung zu betreten.
Und letztlich enthält Vergebung auch einen Sog der Begegnung. Denn Vergebung ist nur in Zwiesprache zu erlangen, und nur in Zwiesprache zu gewähren. Wer vergibt, wer Vergebung erlangt, begreift, dass das Trennende überwindbar ist. Dass es ein Ungetrenntes gibt, das alle dunklen Wunden zu schließen vermag. Etwas, das heil ist und heil war, die ganze Zeit.

Und doch gibt es Dinge, die nur schwer zu verzeihen sind. Für manch einen Menschen, der schwer verwundet wurde, reicht eine Lebensspanne nicht aus, um Vergebung gewähren zu können. Auch das müssen wir aushalten, annehmen, und einander darin Gefährten sein. Wir können lernen, das Unverzeihliche das den Anderen plagt, mitzutragen. Raum zu sein, in dem das Schmerzliche das keine Heilung findet, atmen darf. Wir verkennen oft, wie wichtig dieses Miteinandertragen ist, und wie sehr auch dieses Tun Wege zu Vergebung öffnet. Jemand, der mit seiner Bitterkeit allein ist, wird alle Tage bitter sein. Jemand, der mit seinen Tränen allein ist, wird aller Tage untröstlich sein. Wir sind es, die einander Gefährten sein müssen, und dann werden wir staunen, darüber wie wir angesichts tiefer Begegnung und Gemeinschaft, angesichts heilsamen Miteinanders, neuen Frieden und neue Güte erlangen, die fruchtbarer Boden für Vergebung als Lebenshaltung werden.

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Neulich fragte man mich, ob ich die persönlichen Klanggebete auch für Kinder anbiete. Das kann ich bejahen. Ich hatte in der Vergangenheit häufiger die Freude, Segenslieder für Neugeborene zu komponieren, um ihre Ankunft in dieser Welt mit Segen, Gebet und Klang zu begleiten. Ebenfalls war es mir vergönnt, für einige Kinder und Jugendliche, die durch Hochbegabung, ebenso wie durch Trauma Schwierigkeiten hatten im Alltag ihre Lebensfreude zu entfalten und ihre Gaben in die Welt fliessen zu lassen, zu unterstützen.

Das Segenslied für das Neugeborene wurde dann – ein angenehmer Nebeneffekt – auch zu einer Art Neugeborenwerden für die Eltern und die Familie. Das Schlaflied für das von Unruhe geplagte Kind auch zum Ruhestifter für die alleinerziehende Mutter. Das ermutigende Lied für das eingeschüchterte Mädchen auch zur Erinnerung für die Eltern, ihre Sehnsucht nach einer innigen Verbundenheit der Familie nicht einschüchtern zu lassen.

Wenn ein Mitglied der Familie etwas in sich berühren und verwandeln lässt, betrifft es den gesamten Familienverbund. Das kann ein großer Segen sein, insbesondere, weil Kinder eine ganz unvermittelte und vorturteilsfreie Art haben, sich auf Musik und Wort einzulassen. Oftmals reagieren sie spontan mit Körpergebet, mit Tanz, Bewegung und Tönen.

Persönliche Klanggebete verstehe ich als Instrument der Inspiration, Stärkung und Erbauung, ebenso als Quelle des Friedens für Kind und Familie, für alle, die sich auf diese Art der Andachtspraxis einlassen möchten.

Auch mit mantrischem Beten, mit gesprochenen, gesungenen Gebeten und mit instrumentaler Musik in kindgerechten Formen begleite ich Kinder auf ihrem Lebensweg.

Daher freue ich mich auf Deine Anfrage für Dich selbst, Dein Kind oder Deine ganze Familie.

(giannina@klanggebet.de – 030-39934477)

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Ich werde das häufig gefragt, und vielleicht nur deshalb, weil ich es nicht klar genug erwähne: ich verstehe mich als Dienstleisterin und selbstverständlich kann man mich auch konsultieren.

Meine Einzelarbeit – Ich unterstütze Dich auf dem Weg in ein sinnerfülltes, herzensfrohes Leben

Gerade wenn es im Alltag hoch her geht, ist es wichtig, das Auge des Sturms zu finden, den stillen und heiligen Ort, an dem wir immerzu unbeschadet, frei und im Frieden sind.Gerne unterstütze ich Dich auf diesem Weg, Dir das stille Sanktum in Deinem Herzen mehr und mehr zu erschließen aus dem Du ein sinnerfülltes, glückliches Leben in tiefer Verbundenheit mit Himmel und Erde schöpfst. Ich weise daher auf meine Einzelarbeit hin:

Spirituelle Wegbegleitung/Coaching: Ich begleite Dich telefonisch und per eMail auf Deinem persönlichen Weg der Herzensöffnung und Entfaltung. Sporadisch oder regelmäßig.

Finanzieller Ausgleich pro Stunde: 60 € (regelmäßige Begleitung/Paketpreise möglich)

Impulssitzung: Du stellst bist zu drei Fragen, und ich gehe mit ihnen ins Gebet. Dann händige ich Dir einen inspirierten Text aus. Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 155 €

Übermittlung von individuellen Gebeten/Ritualen mit denen Du regelmäßig arbeiten und Deine spirituelle Praxis vertiefen kannst: Deine Gebete/Rituale empfange ich in kontemplativer Stille. Diese werden Dir schriftlich ausgehändigt, Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 135 €

Dein persönliches Mantra: Nach einem telefonischen Vorgespräch gehe ich für Dich ins Gebet und empfange für Dich ein wirksames Mantra. Dieses händige ich Dir als Musik/Sprach-CD zusammen mit einem Fotodruck und einer Anleitung für diese heilsame Andachtspraxis aus.

Finanzieller Ausgleich für Dein Mantra: 100 €

Meine Einzelarbeit verstehe ich als überkonfessionell und frei. Du bist innerhalb jeder Konfession ebenso wie außerhalb davon willkommen. Ich schöpfe aus mehr als 25 Jahren spiritueller Praxis und inneren Betens – was soviel bedeutet wie: ich kenne die blühenden Gärten an unserem Seelengrund ebenso wie die Wüsten. Und ich kenne viele frohe Wege der Er-MUT-igung. Die Gaben, die mir zur Verfügung stehen, habe ich von Gott geschenkt bekommen – dementsprechend verstehe ich es als meine Pflicht und Freude, sie dem Menschen zur Verfügung zu stellen.

Ich freue mich auf Deine Anfrage (eMail: giannina@klanggebet.de, Tel.: 030-39934477)

Heilsame Klänge findest Du im Shop unter www.klanggebet-shop.de

 
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Natürlich können wir den lieben langen Tag damit verbringen, vermeintlich Unerlöstes aufzuspüren wie Polizeihunde illegale Substanzen am Grenzstreifen. Wir können schwierige Beziehungen lösen, Karma aufpolieren, Schmerz loslassen, Wut einebnen, Schuld ablegen, Verstrickungen durchschneiden, dunkle Energien mit Licht füllen und so weiter und so fort.

Oder wir atmen ein und atmen aus und begreifen mit jeder Faser unseres Seins, dass Leben pulsiert, dass es zerstört und wiederaufbaut, dass es trennt und verbindet, dass es schlägt und streichelt. Leben ist ein wildes, ein ruhiges, ein zerstörerisches und lebensspendendes Meer. Und wir, wir Menschen, werden und wachsen und reifen ebenso am Schmerz wie an der Freude, ebenso am Unfertigen wie am Vollendeten, ebenso am Licht wie an der dunklen Wunde unserer Vergänglichkeit.

Es hat sich eine zwanghafte Korrekturwut in der spirituellen Szene breit gemacht, eine Angst vor dem Zweifel, dem Kummer, dem Staub des Alltags, vor den Fragen die das Leben aufwirft, während wir uns Antworten einrahmen und über unsere Betten hängen.
Wer immerzu korrigiert, hält das Leben selbst für einen Fehler. Hält die Tränen für vermeidbar, und das Unfertige für unerträglich.

Was für eine Erlösung wäre es in der Tat, könnten wir aufhören, das Leben wie eine heilbare Krankheit zu betrachten. Könnten wir annehmen, dass wir Fehler machen, dass wir an Schmerzlichem reifen können, dass wir auch die Risse brauchen, durch die ein unerwartetes Licht herein scheint. Was für eine Befreiung wäre es, könnten wir wirklich und wahrhaftig für gut halten, dass es Dinge gibt, die nicht zu beenden und die nicht zu vollenden sind. Die untergehen mit Fragen, die Fragment bleiben und Geheimnis. Es gibt nicht den Moment, in dem man meint, einem Sterbenden alles gesagt zu haben. Es gibt nicht den Moment, in dem man frei ist von Brüchen und Fragen und Verstrickungen. Es gibt nicht den Moment, in dem endlich alles erledigt ist.

Es gibt nur Leben. Es ist nichts falsch daran, sich heil fühlen zu wollen. Aber suche nicht das nicht machbare Heilsein, das Dich jeden Tag aufs Neue um blutvolles Leben bringt und das nur Deine Ängste nährt. Erlaube Dir Fehler, Schmerz, Zweifel und Fragen. Erlaube Dir selbst, Dich zu entfalten, durch alle Unwägbarkeiten und durch chaotische Phasen hindurch.

Dann kann es passieren, dass Du folgendes bemerkst: Du gibst dem Leben keine Anweisungen mehr, wie es zu sein habe. Du selbst wirst lebendiges Zwiegespräch.

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Wenn Du etwas Neues beginnst, vertraue auf deine Faehigkeiten. Auf die, die Du kennst, aber mehr noch auf die, die Du noch nicht kennst – und wisse, es sind viele. Wenn Du etwas Neues beginnst, vertraue darauf, dass dem Leben selbst Weisheit innewohnt, die Dich genau an diesen Punkt, an diesen Ort, in diese Situation geführt hat. Wenn Du etwas Neues beginnst, genieße den Zauber des Neuen und lass Dich vom Schrecken des Neuen nicht verängstigen. Denn alles was passieren kann, ist, dass Du Erfahrungen machst, an denen Du wachsen und reifen kannst, und Leben war und ist immer Lernen und Erfahren und Entgrenztwerden. Wenn Du etwas Neues beginnst, reise, auch wenn Du das Ziel Deiner Reise noch nicht kennst. Der Reisende grüßt das Unbekannte, und das Unbekannte grüßt ihn und füllt ihn an mit Leben. Bedauere nicht, dass Du eine Gewohnheit hinter Dir lässt, einen Tagesablauf, ein vertrautes Immergleiches, eine Comfort Zone. Denn diese Dinge wiegen Dich in Sicherheit und verschaffen Dir eine Ruhe, für die Du oft einen viel zu hohen Preis zahlst. Den, Deine Größe nie zu erfahren. Den, nie die Freude zu erleben, an einer Herausforderung zu wachsen. Den, nie von der Freiheit zu kosten, die im Verlassen der Grenzen liegt. Wenn Du etwas Neues beginnst, akzeptiere, dass Dir vielleicht das Herz bis zum Hals schlägt. Dass Du Dir vorkommst wie ein Kind, wie ein Unwissender, wie jemand der nicht weiss was er tut. Liebe den Mut, den Schritt dennoch zu gehen. Liebe die Reise, die Dich in neues blühendes Leben führt. Liebe den Moment, in dem Du erkennst, dass all das Neue, all das Beängstigende, all das Unwägbare Segen war und ist. Dir geschenkt, auf dass sich Deine Seele entfalte und ihre Flügel ausbreite, an einem Himmel voller Seelen, die mit Dir auf Reisen sind.

wagedasneue

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Jahresreadings gibt es ja zuhauf. Meist wird darunter ein orakelnder Blick in die Zukunft verstanden – ein „Freu dich auf den Mai, da erwartet dich Partnerschaft“ oder „Pass auf dich auf im September, die Luft wird dünn auf der Arbeit“.

Seit 2012 biete auch ich Jahresreadings an. Mein Verständnis dieses „Jahresgeleits“ ist allerdings ein anderes. Ich begebe mich nach einem telefonischen Vorgespräch mit Dir in einige Gebetssitzungen, in denen ich für Dich Hilfestellung für Deine spirituelle Entfaltung erbitte. Diese Hilfestellung kommt in Form von Perspektiven, gewissermaßen Überschriften, unter die die kommenden 12 Monate für Dich gestellt werden.

In den 12 Monaten bist Du also eingeladen, einem spirituellem Kompass zu folgen, Deine Monate unter einen jeweils einzigartigen Blickwinkel zu stellen und alles, was Du in diesem Monat erlebst, in diese Perspektive gebettet zu wissen. Ähnlich wie man es von Exerzitien kennt, in denen Tage unter ein Motto gestellt werden und der Teilnehmende sich durch verschiedene Praktiken in die  Thematik versenkt.

Zu den 12 Monaten erhältst Du also jeweils ausführliche Texte, die Dir erklären, wie Du das Monatsthema angehen, betrachten und entfalten kannst, sei es durch Gebet, Meditation, Körperarbeit, künstlerisches Arbeiten oder mithilfe anderer Methoden. Es ist ein individueller Weg, zugeschnitten auf Dich und Deine Bedürfnisse, Gaben und Herausforderungen.

Das Jahresgeleit ist eine Einladung zu kontemplativer Achtsamkeit – eine Einladung dazu, den roten Faden inneren Betens aufzunehmen, wobei Gebet hier als mannigfaltige Verbundenheit mit dem Quell allen Seins verstanden werden will.

Klingt das nach Arbeit? Vielleicht ist es das. Ich sehe es eher als Möglichkeit, essentielle Dinge anzunehmen, einzuüben und zu pflegen. Essentielle Dinge, die Dich wacher, aufmerksamer und feinfühliger machen, und die Deiner persönlichen Entfaltung dienen.

Wenn Du dieses Jahresgeleit in Anspruch nehmen willst, lies Dir einfach in Ruhe das vollständige Angebot auf meiner Homepage durch. Zur Vertiefung des Erfahrenen biete ich Dir an, Dich telefonisch zu unterstützen. Das Jahresreading kann zu jedem Zeitpunkt des Jahres begonnen werden und umfasst immer ein Zeitjahr.

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