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Posts Tagged ‘Erde’

Wir können Gott um Frieden bitten, aber wir müssen uns darüber im klaren sein, dass diese Bitte ein Ruf ist, der vor allem an uns selbst ergeht. Denn welche Gottheit könnte wohl Frieden in die Welt gießen, ohne dass unsere Herzen Frieden tragen? Welche Gottheit könnte Frieden in die Gesellschaft sprechen, ohne dass wir Frieden in unseren Familien pflegen? Welche Gottheit könnte Frieden über die Erde hauchen, ohne dass wir endlich davon ablassen, sie zu beherrschen und auszubeuten?
Eine Bitte um Frieden ist ein gefährliches Gebet: es ist gefährlich für unsere Trägheit, für unsere Halbherzigkeit, für unsere Starrsinnigkeit und unsere Unfähigkeit zur Veränderung.
Wenn wir also um Frieden beten, dann müssen wir bereit dafür sein, dass dieser Ruf uns aufbricht wie ein Hammer einen tönernen Krug – und was uns an Unfrieden und Kälte entweichen muss, wird uns erschrecken. Es wird uns erschrecken zu begreifen, wie sehr wir selbst Teil des Unfriedens sind, und wie sehr wir daran festhalten, mit unseren Gedanken, Worten und Taten, mit unseren Unterlassungen und unserem raffgierigen Streben nach persönlicher Erfüllung, das das größere Ganze nicht in den Blick zu nehmen gewillt ist, mit unserer Lust an Entzweiung, Überlegenheit und Macht.
Nach diesem Erschrecken aber, dem wir uns mutig stellen müssen, kann es geschehen, dass wir uns weiten wie der Himmel nach einem Gewitter. Dass wir Raum werden, in den Gott sein Wort des Friedens sprechen kann. Dann erst wird unser Gebet lebendig, und dann erst wächst die zarte Möglichkeit, dieser Welt ein friedliches Gesicht zu verleihen.

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Geliebter,
Du bist das Weiss der Wolken,
das Schwarz der Rinde
und das Rot des Mohn, das in den Wiesen brennt.
Du bist der Silberglanz des Regens,
das Gold des Morgens
und der Duft des Frühlings, der die Liebenden ruft.
Ruhelos kreisen die Vögel
über den Meeren meines Herzens
mit sehnendem Ruf:
Maranatha, komm.
Komm, der Du mir näher bist als meine Haut,
tröste die Welt mit meinen Händen,
liebkose die Welt mit meinen Augen,
segne die Welt mit meinen Worten.
Lass mich Dir Herberge sein.
Geliebter,
Du bist die Dämmerung,
die Tag und Nacht versöhnt.
Verwandle auch mich in einen Raum
der Versöhnung.
Amen

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In den Nächten, wenn es still wird, lern’ ich danken
für alles Gute, das die Liebe mir geschenkt.
Und ich denke an die Traurigen und Kranken,
deren Hügelschultern niemand sanft umfängt.

Und ich schicke, wie ein Hüter zahmer Tauben
diese Vögel stiller Hoffnung in die Welt:
niemand ließe unter Tränen seinen Glauben,
krank vor Einsamkeit, die alle einst befällt.

Gib doch den Händen, die ich zu Dir betend, falte
ein tiefes Wissen, das nie mehr, nie mehr vergeht,
dass ich selbst den Balsam süsser Lind’rung halte,
den der Leidende von Dir, mein Gott, erfleht.

Gib doch den Worten, die ich suchend, ringend spreche
eine Zärtlichkeit, die manche Wunde heilt.
Wenn ich selbst einmal am Fels der Angst zerbreche,
schicke Einen mir, der liebevoll verweilt.

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Heute gehen wieder Gaia Meditations CD’s auf die Reise nach Österreich, in die Schweiz und nach Liechtenstein. Ich freue mich immer besonders, wenn die Klanggebete über die Landesgrenzen hinaus zu den Menschen reisen. Wenn auch Du für und mit der Erdenmutter meditieren und singen willst, oder Du jemanden mit den musikalischen Meditationen beschenken möchtest, kannst Du hier Deine Bestellung aufgeben: www.klanggebet-shop.de (Hörproben für alle CD’s) – Erdverbundene Herbstgrüße

Ein Gebet aus der CD:

-Ich bin wie Du-

Ich bin wie Du, Baum
denn ich lache zum Himmel mit meinen Ästen
und ich weine, wenn ich entwurzelt werde.
Ich bin wie Du, Wind
denn ich wehe dort wohin mein Herz mich zieht
und ich ich fühle Unrecht, wenn ich eingesperrt werde.
Ich bin wie Du, Wasser
denn ich folge dem Strom der mich ruft,
und ich verliere mich, wenn meine Kraft versiegt.
Ich bin wie Du, Hirsch
denn ich nähre mich vom friedlichen Grün der Erde
Ich bin wie Du, Adler
ich gehöre dem Himmel,
doch wohne ich auf Erden
Ich bin wie Du, Mutter Erde
erinnere mich daran
so oft die Bäume blühen
so oft die Winde wehen
so oft die Wasser fließen
so oft die Hirsche weiden
so oft die Adler kreisen.
Ich bin wie Du.

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Oft fällt das Wort Erdheilung in unseren Tagen. Und manch einer stellt sich darunter Menschen vor, die bemüht ihre guten Gedanken an die Erde senden, wie eine Mutter an ihr krankes Kind in der Ferne. Erdheilung ist aber ist keine Einbahnstraße. Es bezeichnet eine wechselseitige Wirkung, eine Beziehung. Es gibt eine erste und ursprüngliche tiefe Liebesbeziehung in unserem Leben, die gepflegt und geachtet werden will, und das ist die Beziehung zwischen uns und der Natur, die uns hervorgebracht hat.

Als Menschen werden wir nicht nur von der Natur genährt, wir finden in ihr auch die sinnbildlichen Geheimnisse, die uns die tiefere Dimension unseres geistigen Lebens erschliesst. Schamanen wie Hagazussen wussten das wohl schon immer. Aber auch Mystikern des Christentums war es eine Selbstverständlichkeit. Deswegen besang Franziskus Bruder Sonne und Schwester Mond, deswesen sagte Bernard von Clairvaux „Du wirst mehr in den Wäldern finden als in Büchern. Bäume und Steine werden Dich lehren, was Du von keinem Lehrmeister hörst.“ und deswegen sang die heilige Hildegard von Bingen von der Grünkraft Gottes, der Viriditas, die in der Natur zu finden sei. Der Mensch gesundet in der Natur an Körper und Seele, seine Erkenntniskraft speist sich an der Schönheit, Wildheit und Kraft der Schöpfung. Die Enge seines Ich schmilzt, wenn er sich als Teil einer unbezähmbaren Weite begreift. Erdheilung heisst hier: Heilung geht aus von der Erde an den Menschen. Ein Geschenk.

Der Mensch, der sich der Natur entfremdet, entfremdet sich nicht nur der Nahrung die ihn erhält, der Medizin die ihn gesund macht und der Schönheit die ihn tröstet, er verliert auch den Bezug zur Natur als Erkenntnisstifter, als Auslöser mystischer Verschmelzung, als entgrenzende Kraft. Und inzwischen ahnen wir das – deswegen zahlen wir Unmengen Geld für Schweigetage in den Bergen, für Retreats in der Wüste, für Besinnungstage am Meer. Wir staunen und sind wie vom Donner gerührt, weil wir sehen was die Natur vermag – wie sie uns zurückbringt zu uns selbst, zur Einfachheit, zum Göttlichen.

Der Mensch, der sich der Natur entfremdet, behandelt sie freilich auch wie ein Narr. Die Folgen dieses närrischen Verhaltens sehen wir heute in der Erde, der Luft, den toten Gewässern, den kontaminierten Nahrungsmitteln. Heilung muss hier ausgehen vom Menschen an die Erde – und das geschieht auf mehrere Weisen: zum einen öffnen wir uns für die Frage, wie ein naturverbundenes modernes Leben aussehen kann. Wie es aussehen kann, wenn wir uns nicht als herrschaftliche Nutzer der Ressourcen betrachten, sondern als dankbaren Teil eines Sinnzusammenhangs. Zum anderen darf unser Gebets- und Meditationsleben freilich auch wieder in die Natur verweisen. Körpergebet, Meditation, Rituale in, mit und für die Natur – sie verändern uns und unsere Umgebung. Erdheilung heisst hier: der Mensch tut das Seine, um heilsam mit der Erde und ihren Wunden umzugehen.

Erdheilung ist keine rückwärtsgewandte Ritualistik für Nostalgiker. Erdheilung darf und muss festes Element zeitgenössischer Spiritualität sein – Ausdruck einer lebendigen und lebensnotwendigen Beziehung die seit jeher heilig und überdies zerbrechlich ist.

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Die Natur hat seit jeher die Kraft, uns zu lehren, zu korrigieren und zu klären, kurzum, uns darauf zu verweisen wer wir sind.

Wer sich sich bedeutungslos fühlt, der muss nur einen Baum pflanzen, einen Garten anlegen, oder ein Feld bestellen um zu erfahren, wie Leben durch seine Hände entsteht und wächst. Einen Berg erklimmen oder eine Wüste durchwandern um zu erleben, wie sehr der Geist dazu imstande ist, die Grenzen des Körpers, der Gedanken und der Gewohnheiten zu transzendieren.

Wer unter Größenwahn leidet, der muss in einem kalten Winter kaum mehr als zwanzig Minuten ins Freie gehen, um am eigenen Leib zu erfahren, wie winzig er ist. Oder im Meer schwimmen, bis er müde wird. Oder in einem heissen Sommer ohne Schatten in der Sonne sitzen. Wir sind gar nichts im Angesicht der Naturgewalt, und binnen Minuten können uns ihre Kräfte töten, die wir in unserem beheizten Wohnzimmern, vor unseren Computern die meiste Zeit über vergessen.

Wer vor lauter Kummer vergessen hat was Schönheit ist, der muss nur einmal stille einem Sonnenaufgang beiwohnen, die glitzernden Regentropfen in einem Spinnennetz ansehen oder Sandkörner unter einem Mikroskop betrachten. Der muss nur einer Ameisenkarawane hinterhergehen oder sich zum Hund hinunterbeugen um ihm den Kopf zu streicheln. Den Sternenhimmel atmen. Einmal vor einem Abgrund in den Alpen stehen und sich fragen, was die eigenen Abgründe eigentlich angesichts solcher Schönheit noch an Bedeutung haben.

Es gibt viele unter uns, die müde sind, sich an einen Lehrer, Heiler oder eine Lehre oder ein Heilsversprechen zu wenden, denn allzu viele Enttäuschungen haben uns schon erschüttert.

Eine Lehrerin und Heilerin aber bleibt uns immer, und wir sollten nicht müde werden uns an sie zu erinnern und sie aufzusuchen: die Natur.

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Manchmal genügt ein Blick in den Himmel, um uns mit der Welt zu versöhnen. Das arglose Blau über uns, die schwerelosen Wolken die geduldig ihrer Wege ziehen, sie rühren an ein tiefes Wissen ins uns: dass das Leben gut ist.

In endlosen Diskussionen versuchen wir Leiden zu entkräften, Geschick von Verantwortung zu sondieren, unseren Wert zu finden, unsere Würde, ebenso wie unsere Triumphe und unser Scheitern, unsere Schuld. Wir blicken dabei ernst in unsere Computer, unsere Zeitungen, in die Augen unseres Gegenübers, und am Ende solcher langen Debatten, solcher langen Tage, wissen wir oft gar nicht, wie es draussen ausgesehen hat, unter dem blauen Himmel, der unbeeindruckt unsere inneren und äusseren Kämpfe betrachtete.

Es gibt eine Schönheit, die ist stärker als alle Argumente – eine innere Ordnung, die immer bleibt, auch wenn wir unsere verlieren. Diese Schönheit, diese Ordnung ist in der Natur. Vollkommenheit, der wir täglich begegnen dürfen. Und diese Schönheit und Ordnung grüssen uns, formen uns, korrigieren uns. Sie leeren uns und füllen uns neu an. Da geschieht Heilung. Ganz unprätentiös, und ohne Fanfarenklänge.

Es ist heilsam, sich dieser Schönheit und Ordnung auszusetzen, und sich formen zu lassen. Schweigend, im Nichtwissen. Das was dort geschieht, müssen wir nicht verstehen. Aber wir dürfen es geschehen lassen.

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