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Posts Tagged ‘Freude’

Die Dinge haben eine erlösende Leichtigkeit, wenn wir mit unserem Wesen die Natur des Lebens erfassen, das immer ein Drängen, Erneuern und Werden ist, eine überschäumende Seinslust, die alles immerzu über sich hinauswachsen lässt. Und die Dinge haben eine aufrichtige Traurigkeit, wenn wir mit unserem Wesen erfassen, wie schmerzlich jede Geburt ist, wieviel Kapitulation und Sterben allem Neuen vorausgeht, und wieviel vermeidbares Leiden wir einander antun. In einem weiten Herz wohnt das eine Wissen wie das andere, und allein die Liebe vermag die Spannung zwischen diesen Polen auszuhalten und würdevoll auszutragen. Diese Liebe vermag die Welt nicht gering zu achten oder in eine Seligkeit zu flüchten, die nicht am Verkosten jedes menschlichen, ja, jedes kreatürlichen Kummers gereift ist.

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Unabhängig davon, ob wir Christen, Buddhisten, freie Spirituelle, Integrale oder sonstige Praktizierende auf dem spirituellen Weg sind: wenn wir im Bus, im Büro, in der Kirche oder im Postamt sitzen und beim Blick auf die Anderen immer wieder denken, wie unerwacht, unbewusst, unerleuchtet, unerlöst, unterentwickelt oder unheilig sie sind, dann haben wir ein Problem und dieses Problem sind nicht die Anderen, sondern wir.

Der Andere, das ist ein Ort an dem Gott sich ereignet, auf seine Weise. Der Andere, das ist der Fremde, den wir nicht kennen. Der Andere, das ist der Bruder, um den wir nicht wissen.
Wieviel wir auch meinen über den Anderen zu wissen, er ist immer anders als wir denken und immer mehr als wir ahnen.

Als ich noch Kind war, sagte ein Pater einmal zu mir: „Jeder Mensch hat ein Kreuz zu tragen, und wir sehen dieses Kreuz nicht, also müssen wir gütig sein.“ Das leuchtete mir ein.
Es muss uns klar sein, dass der Andere Kämpfe auszutragen hat, von denen wir nichts wissen. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, sich zu Herzen zu nehmen dass der Andere ein Leidender ist, dessen Leid wir nicht mehren sollten.

Die andere Seite der Medaille ist, dass der Andere auch eine Schönheit in sich trägt, die wir nicht sehen, so lange wir sie nicht mit liebevollem Blick erwarten. Es gibt eine Schönheit im Menschen, die nur zum Vorschein kommt, wenn sie sich im wohlwollenden Blick des Nächsten entfalten kann. Ein scheuer Vogel ist diese Schönheit, und wer sind wir, ihn mit unseren dunklen Blicken der Unterschätzung zu vertreiben?

Den Anderen zu erkennen bedeutet zunächst immer, vorbehaltlos zu akzeptieren, dass wir ihn nicht kennen. Dass da ein Raum ist, den wir noch nicht betreten haben. Ein Raum, in den wir möglicherweise eingeladen werden, wenn erst unser Blick an Achtung gereift ist, die der Andere sich nicht verdienen muss.

Bild: Sergej Smirnov

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Manchmal haben wir uns schon so sehr an das ewige Einerlei gewöhnt, an den Grauschleier der Immergleichen, des Überdrusses und der Langeweile, dass wir die Dinge gar nicht mehr sehen, und auch die Menschen nicht, mit ihren zu bunten Farben geronnenen Lebensgeschichten. Und wir hören nicht mehr hin, denn in unseren Ohren rauscht nur noch das eigene Wissen und das schmerzliche Wissenwollen, das wir so gerne betäuben mit unseren Jajadaskennichschons. Und wir beklagen die Gräue der Dinge, die nichts anderes ist als unser Schmerz, der vor lauter Ausweglosigkeit in alle unsere Sinne geflossen ist, und wir beklagen dass die Menschen mit wattierten Stimmen sprechen, so als hätten sie das Nichtgehörtwerden schon widerstandslos verinnerlicht.

Manchmal passiert es dann, obwohl wir es nicht verdienen, obwohl wir es nicht erwirken, und obwohl wir es schon gar nicht anziehen durch eine Haltung, dass ein Mensch uns begegnet, der solche Schönheit trägt, dass er durch unsere Gräue hindurchgeht wie ein Sonnenstrahl durch Schnee, wie eine Flamme durch totes Laub, und mit einem mal gehen wir in die Knie vor Erschütterung und wir brechen auf wie tönerne Krüge, randvoll mit Dunkelheit. Und die Dunkelheit entweicht uns wie Schwärme schwarzer Vögel, und Raum wird frei, dass wir endlich wieder atmen können, wieder sehen, wieder hören, wie aus bösen Träumen erwacht.

In diesen Momenten trifft uns das Wesen Gottes, die Barmherzigkeit, die auch dann bereit ist uns unseren selbstverschuldeten Alpträumen zu entreissen, wenn wir es nicht verdienen. Diese Barmherzigkeit holt uns heim wie den verlorenen Sohn, und sie erlaubt sich auf mannigfaltige Weisen in unser Leben einzubrechen, oftmals durch das Erscheinen eines Menschen, der nicht weniger für uns ist als der Engel der Verkündigung für Maria gewesen sein muss – die Verheissung nicht endenden Lebens in Fülle.

Bild: Stoimen Stoilov

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Lieber Freund, liebe Freundin,

Als ich gestern die ersten hektischen Gesichter im Einkaufszentrum sah, war mir klar: der Vorweihnachtsstress und Geschenkekauf beginnt.

Ich möchte es daher nicht versäumen, Euch auf einige Geschenke hinzuweisen, die Ihr ohne Stress und zu fairen Preisen in meinem Onlineshop http://www.klanggebet-shop.de erwerben könnt, und die all jenen eine Freude machen dürften, die ihre Spiritualität leben möchten und auf diesem Weg sanfte bis kraftvolle Unterstützung und Ermutigung schätzen.

1.“Herzensgebet“, „Seelengrund“, „Christuslicht“: drei CD’s mit spirituellen Liedern aus der Tiefe des Herzens. Überkonfessionell – weit – frei. Für ein erdverbundenes, im Himmel verwurzeltes, mitfühlendes, achtsames und herzensfrohes Leben. Klanggebete, die zu Hingabe einladen.

2. „Gaia – Musikalische Meditationen“: Eine Meditations CD, die schamanische Erdverbundenheit und franziskanische Schöpfungsliebe vereint. Meditative Texte und mantrische Lieder, die uns die Kostbarkeit der Erdengaben ebenso vermitteln wie die Gegenwart des Göttlichen in allem Belebten. Für drin und draußen, für Erdung und Erdheilung zu jeder Jahreszeit.

3. Individuelle Haussegen: Wenn es heisst, der Haussegen hänge schief, dann verdankt sich dieses geflügelte Wort möglicherweise der Tatsache, dass es, gerade im neunzehnten Jahrhundert, üblich war, sich einen Haussegen als eingerahmtes Bild an die Wand zu hängen. Wenn dann im Streit die Türen knallten, hing der Segen buchstäblich schief. Möglicherweise verdankt sich diese Erklärung aber auch einer Legende, denn ob es Frauen im neunzehnten Jahrhundert gestattet war, Türen zu knallen, darf man bezweifeln ;).

Haussegen sind zu Unrecht aus der Mode gekommen, denn sie sind zeitlos, und dürfen auch heute noch unsere Wände schmücken und uns beim Blick darauf daran erinnern, welchen Geist wir in unseren Wohnräumen gegenwärtig wissen und mit unserer Aufmerksamkeit nähren wollen. Das ist für jeden Menschen, jede Familie, jedes Paar sicher unterschiedlich. Und aus diesem Grund biete ich individuelle Haussegen an, die ich nach einem telefonsichen Vorgespräch und einer anschliessenden Gebetssitzung empfange. Der auf die Herzenswünsche, Gaben und Aufgaben des Menschen zugeschnittene Segen wird dann von mir auf einem dekorativen Fotodruck (A4) an Dich verschickt. Du kannst den Fotodruck selbst rahmen, oder Du wählst gegen Aufpreis die Variante Haussegen auf Holz. Ich sende Dir dann diese besondere Variante zu, die auch bereits mit Aufhängung ausgestattet ist.

4. Persönliche Mantren: Eine Sprach-CD, musikalisch unterlegt, auf der ich Dein persönliches Mantra zur spirituellen Entfaltung aufnehme, das ich in einer Gebetssitzung empfangen habe. Das persönliche Mantra kannst Du auch in Form eines Gutscheins an einen lieben Menschen verschenken (Nach Anfrage sende ich Dir einen gestalteten Gutschein zu). Persönliche Partnerschaftsmantren dienen einer zweisamen Ausrichtung auf tiefe Verbundenheit und gemeinsame Visionen. Das Mantra wird als CD, zusammen mit einem dekorativen Fotodruck verschickt.

5. Persönliche Seelen- und Segenslieder (auch für Paare und Kinder): Für die verbleibende Zeit bis Weihnachten kannst Du für einen Deiner Lieben noch ein Seelen- oder Segenslied buchen. Zu Weihnachten kannst Du ausserdem einen Gutschein verschenken, so dass der Beschenke im neuen Jahr mit mir in Kontakt tritt und wir über sein/ihr Klanggebet sprechen. (Gutscheine gestalte ich auf Anfrage). Das persönliche Seelenlied kannst Du nicht über den Shop buchen – richte Deine Anfrage bitte per eMail oder telefonisch an mich.

Ich freue mich auf Deine Anfrage und Deinen Besuch im Klanggebet Shop (www.klanggebet-shop.de). Lass Dich nicht von der Hektik anstecken – die Vorweihnachtszeit ist wie die Natur uns zeigt, eine Zeit des Rückzugs und des Stillerwerdens.

Mit klangvollen Grüßen und Segenswünschen,

Giannina

love

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So ziemlich alle großen religiösen und spirituellen Traditionen haben uns mitsamt ihren Lehren, so kostbar sie waren und sind, mal mehr, mal weniger merklich, ein unheilvolles Gift eingeflößt: die Geringschätzung der Welt.

Während im Osten die Aufmerksamkeit dahin ging, Samsara und die Gesetzmäßigkeiten der Welt zu durchbrechen, rang das Abendland mit dem Leib-Seele-Dualismus und den monotheistischen Religionen, die die Welt wahlweise als bedeutungsloses Vorgeplänkel für das eigentliche jenseitige Leben oder aber als Versuchs- (und Versuchungs-)gelände betrachteten, auf dem man entweder dem Teufel auf den Leim geht oder aber klar und treu und nicht selten als Märtyrer zu seinem Gott steht.

Allen Askese- und Kasteiungspraktiken wohnt der Wunsch inne, die Welt, ihre Versuchungen, ihre Gesetze und ihre Illusionen zu überwinden. Allen Erlösungsgedanken wohnt das Gefühl inne, der Mensch sei aus den Fängen einer irgendwie gearteten diesseitigen Bedrängnis und Verlorenheit zu retten.

„Alles was von Gott stammt, besiegt die Welt“ heisst es im ersten Johannesbrief. Die Schlacht ist eröffnet.

Man kann das Wahre darin suchen und finden wie ein Perlensammler – an dieser Stelle aber möchte ich mich mit der einseitigen Überspitzung begnügen.

Auch in der New Age- und freien spirituellen Szene riecht es an jeder Ecke nach Geringschätzung der Welt. Durch einen sehr willkürlich eingemeindeten Reinkarnationsglauben, der weder mit Buddhismus noch Hinduismus viel zu tun hat, ist für viele das individuelle Leben Glied einer endlosen Kette von Inkarnationen geworden. Darf’s ein bisschen mehr sein, möchte man fragen, und macht das eigentlich noch einen Unterschied?

In der bisweilen ausufernden Heil- und Auflösungsarbeit geht es nur noch um Korrektur der Manifestationsergebnisse, um das Einebnen konfliktreicher Situationen – denn nur ein spannungsfreies Leben gilt manch einem als gelungen. Konflikte, Herausforderungen, schwierige Beziehungen, kurzum die blutvolle Reibung mit der Welt als Stifter von Erkenntnis, Charakter und Entwicklung? Nein danke sagen viele, und setzen sich lieber in die violette Flamme und weltferne Seligkeit.

Feindselig wird das „Ego“ beäugt, das uns mit Bedürfnissen terrorisiere, feindselig auch der Verstand, der analysiert und urteilt. Man fühlt sich an die Leibfeindlichkeit erinnert, die viele Religionen kultivierten – da wohnte eine reine Seele in einem -so hiess es- wollüstigen Körper, und heute muss sich die Seele gegen Ego und Kopflastigkeit abarbeiten, gegen das ständige „Falsch“ der uns innewohnenden (gottgegebenen) Instanzen.

Derweil werden tiefe und himmelschreiende Leiden von Menschen in aller Welt zur Aufstiegsleistung verklärt oder zynisch als Erfüllung eines vermeintlichen Seelenplans betrachtet. Eine allzu leichtfertige Einladung dazu, nicht mehr hinzusehen, nicht mehr zuzuhören, nicht mehr mitzufühlen bis dorthin, wo uns das Herz bricht.

Dies ist kein Pauschalurteil Religionen und spirituellen Schulen gegenüber. Dies ist nur ein Finger in der Wunde, der sagt: so wenig ist die Welt uns Menschen wert. Und wir wagen sogar, unsere Geringschätzung spirituell zu rechtfertigen.

Die Anforderungen, die die heutige Zeit an uns stellt, sind dringlich: wir müssen nicht mehr darauf hinweisen, wie falsch die Welt sein kann, denn wir wissen es mit jeder Faser unseres Seins, bei jedem Gang in den Supermarkt, bei jedem Blick auf die Nachrichten. Wir müssen nicht mehr das Martyrium suchen für eine Wahrheit, die uns vermeintlich frei macht. Wir müssen nicht mehr auf die Schönheit der Ewigkeit hinweisen, denn etwas in uns hat längst begriffen, dass Leben kein Ende hat.

Was wir aber tun müssen, ist unsere Geringschätzung der Welt überwinden. Eine evolutionäre Spiritualität, wollte man sie denn so nennen, kann nicht auf den Körper, auf das Gras, auf die Beziehung zur Partnerin, auf das Leiden des Anderen herabblicken. Eine evolutionäre Spiritualität begreift, dass Leben heiliger Ausdruck des Schöpfergeistes ist, und dass es nicht überwunden, sondern ausgefüllt werden muss. Dass es nicht erduldet, sondern gestaltet werden muss.

Wir sind nicht hier, um irgendwann bei Gott zu sein. Wir sind hier, weil Gott hier ist.

Wir sind hier, weil eine schöpferische Weisheit jeden Tag neues Leben erschafft. Und das Leben das Du gerade lebst, Du Mann, Du Frau, ist einzigartiger und heiliger Ausdruck, den es so nie wieder geben wird. Mit jeder Freude, jedem Kummer, jeder Krankheit, jeder Lebenskraft, strömt das Meer des Lebens weiter und weiter über neue Ufer, und lädt Dich ein, das was Du bist und das was ist, zu lieben und auszufüllen.

Wenn es also so etwas gibt wie Erwachen, dann wird es, so wage ich zu behaupten, nichts sein was Dich auf die Bedeutungslosigkeit der Welt hinweist, die Du fortan gering schätzen darfst als Illusion oder Versuchung. Es wird ein Erwachen sein, das Dir die Heiligkeit und Schönheit des Lebens erfahrbar macht, das Dir die Einzigartigkeit jedes Sandkorns am Strand und jedes Haares auf Deinem Kopf aufzeigt.

Es wird Dir die Weite Deines Herzens erfahrbar machen, in der das ganze Universum Platz hat – mitsamt den Momenten der Leere, der Verlassenheit, der Zweifel und der Not, denn auch das ist Leben. Es wird Dir erlauben, Dich mehr und mehr bewusst mit dem evolutionären Impuls allen Lebens zu verbinden.

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Gebet ist der Atem der Seele. Das darf wohl im Besonderen für Mantren gelten, die die Menschheit schon seit vielen Jahrhunderten singt, spricht, schreibt und denkt.

Inzwischen biete ich eine weitere Form mantrischer Heilarbeit an: das persönliche Mantra in Schriftform und Sprachaufnahme. Dieses eignet sich auch hervorragend als Geschenk an Deine Lieben.

Das persönliche Mantra ist ein Weg, Deinen inneren Garten zur Blüte zu bringen – ein Weg zu mehr Herzensfrieden, Gelassenheit, Freude und Kraft.

Alle weiteren Infos auf meiner Website.

mantren

 

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Eine spirituelle „Unsitte“ unserer Tage ist unser Beharren auf Verfügbarkeit. Gottes Allgegenwart nehmen wir zum Anlass, Glückseligkeit für stets verfügbar zu halten. Den Überfluss der Schöpfung nehmen wir zu Anlass, Wohlstand für stets verfügbar zu halten. Die Spiritualität unserer Weggefährten nehmen wir zum Anlass, ihre Kraft für stets verfügbar zu halten.

Wie Kinder, die nicht verstehen, dass aus dem Mund der Eltern das erste „Nein“ erklingt, und ihre Bedürfnisse für den Moment unbefriedigt bleiben müssen, runzeln wir dann trotzig die Stirn. Dann erklären wir den Mangel an Glückseligkeit für überwindbar, den Mangel an Wohlstand für falsche Programmierung in unserem Gehirn, die mangelnde Dienstbarkeit unserer spirituellen Weggefährten für Versagen oder fehlende Liebe.

Nichtverfügbarkeit aber ist eine grossartige Lehrerin, und eine Notwendigkeit auf unserem Lebensweg. In der Nichtverfügbarkeit lernen wir das Warten, das Innehalten, das Nachhorchen, das inständige Ersehnen, und wir gewinnen eine Sensibilität für unsere Neigung, tiefe Herzenswünsche vorschnell mit spirituellem Bling Bling zum Schweigen zu bringen anstatt ihnen den schmerzlichen Raum zu geben, den sie einfordern.

Wir lernen, dass zum Verkosten der heiligen Dinge eine große Geduld vonnöten ist, eine Sehnsucht, die an Stille und Dunkel gereift ist, und ein tiefes Verstehen für das langsame Wirken Gottes, das uns in dem Tempo wachsen lässt, das unseren Gaben und unseren Fähigkeiten entspricht.

In der christlichen mystischen Tradition ist viel von der dunklen Nacht der Seele der Rede – einem Zustand der gefühlten Abwesenheit Gottes und der inneren Dürre. Wir lieben solche Konzepte heute nicht – denn wir wollen am liebsten immer schon da sein, wo der Morgen in schillernden Farben grüßt, ohne auch nur je einen Fuß in die Nacht gesetzt zu haben.

Wenn wir die Nichtverfügbarkeit erfahren, sei es in gefühlter Abwesenheit Gottes oder des Glücks, in der Abwesenheit von Frieden und Ruhe, Erfüllung, Erkenntnis oder Kraft, wenn wir die Nichtverfügbarkeit von innerem und äußeren Wohlstand erleiden und die unserer Mitmenschen, die wir nur allzu gern der Tyrannei unserer Bedürfnisse unterworfen haben, dann ist dies eine gute Gelegenheit, Ja zu sagen. Ja zum schmerzlichen Gefühl, das Schöne, das Ersehnte, das Erstrebenswerte gerade nicht zur Hand zu haben. Ja zum Abgrund der Sehnsucht. Ja zum unerfüllten Wunsch und zur geisterhaften Stille darin, die nach Einsamkeit klingt. Denn erst im Annehmen dieser Stille öffnen wir eine Tür, durch die all das, wonach unsere Seele seit jeher ruft, eintreten kann.

Wir öffnen die Tür für den, der größer ist als unsere Vorstellung von Erfüllung. Wir erlauben ihm, unsere Ufer zu fluten mit ozeanischer Weite, die zuvor nur durch die Enge unseres Habenwollens zurückgehalten wurde. Wir erlauben uns selbst, über die Kleinheit unserer vordergründigen Bedürfnisse hinauszuwachsen. Das zu erfahren, ist Segen.

nichtverfuegbarkeit

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