Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Hören’

Ein Hören

Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest anstatt
zu meinen, anstatt zu glauben,
zu raten, zu tun.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die mit mir Wüsten durchwandert
den Quellen entgegen,
mit geteiltem Durst.
Mit Raum im Herzen
für das, was noch tastend
noch ächzend am Du
ersucht, in der Welt zu sein.
Mit Blicken aus Seide
um das keimende Grün nicht zu schrecken,
um nicht zu ritzen
die schneezarte Haut.
Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die weiss: nur dann
hat das Leben eine Wahl
wenn ein Hören es beschwört.

regenbogen_klanggebet2

Read Full Post »

Wenn Du Deinem Mitmenschen einen echten Liebesdienst erweisen willst, lass ihn ausreden. Fall ihm nicht ins Wort. Reiche ihm kein vertrautes Wort an, wenn er um die Sagbarkeit einer Erfahrung ringt. Beende seine Sätze nicht auf der Suche nach dem Ruhebett vermeintlicher Übereinstimmung. Versuche nicht vorauseilend damit zu glänzen, dass Du weißt was er zu sagen anhebt. Kränke ihn nicht mit Deiner Ungeduld. Belehre ihn nicht mit Deiner Meinung, die sich für wichtiger hält als das Hören. Unterwirf die Worte die Du hörst, nicht widerstandslos der Herrschaft Deiner eigenen Urteile, kämpfe viel eher für ihr Recht auf Freiheit. Heuchle kein Interesse. Begib Dich lieber an den stillen heiligen Ort in Dir an dem eine natürliche Zugewandtheit zum Anderen längst lebendig ist. Höre die Worte des Anderen mit Staunen.

Sei weich genug, auch die spitzen Worte anzunehmen. Sei weise genug, auch das Ungesagte wahrzunehmen, das ebenso um Dein Hören ringt. Suche die blutrote Spur tiefen Verstehens, die durch Dein Herz wie durch Dein Denken führt, durch Dein Wissen wie durch Dein Nichtwissen, durch Deinen Leib noch, der selbst ein Organ des Hörens ist. Erlaube Dir, mit den Worten des Anderen zu hadern, an ihnen zu leiden, Dich schneiden zu lassen von der Fremdheit darin, aber nimm dies nicht zum Anlass, im Hören nachzulassen. Spüre der Ahnung nach, dass Dein Hören bereits Zwiesprache ist. Dass Deine Erwiderung nicht halb so wichtig ist, wie diese hohle Hand, diese sehnsüchtige Schale des Lauschens.

Tiefes Hören ist ein Schöpfungsakt – ein Leben wächst in einem anderen, ein Sprechen und ein Gehörtwerden öffnen den Raum für ein Drittes. Bezähme das Leben nicht im Beharren auf dem was Du weisst und auf dem was Du hören willst. Staune über die schöpferische Kraft des Hörens die auch Dich verwandelt und die von einem Menschsein zeugt, in das hineinzureifen wir eingeladen sind.

klanggebet7

Read Full Post »

Manchmal haben wir uns schon so sehr an das ewige Einerlei gewöhnt, an den Grauschleier der Immergleichen, des Überdrusses und der Langeweile, dass wir die Dinge gar nicht mehr sehen, und auch die Menschen nicht, mit ihren zu bunten Farben geronnenen Lebensgeschichten. Und wir hören nicht mehr hin, denn in unseren Ohren rauscht nur noch das eigene Wissen und das schmerzliche Wissenwollen, das wir so gerne betäuben mit unseren Jajadaskennichschons. Und wir beklagen die Gräue der Dinge, die nichts anderes ist als unser Schmerz, der vor lauter Ausweglosigkeit in alle unsere Sinne geflossen ist, und wir beklagen dass die Menschen mit wattierten Stimmen sprechen, so als hätten sie das Nichtgehörtwerden schon widerstandslos verinnerlicht.

Manchmal passiert es dann, obwohl wir es nicht verdienen, obwohl wir es nicht erwirken, und obwohl wir es schon gar nicht anziehen durch eine Haltung, dass ein Mensch uns begegnet, der solche Schönheit trägt, dass er durch unsere Gräue hindurchgeht wie ein Sonnenstrahl durch Schnee, wie eine Flamme durch totes Laub, und mit einem mal gehen wir in die Knie vor Erschütterung und wir brechen auf wie tönerne Krüge, randvoll mit Dunkelheit. Und die Dunkelheit entweicht uns wie Schwärme schwarzer Vögel, und Raum wird frei, dass wir endlich wieder atmen können, wieder sehen, wieder hören, wie aus bösen Träumen erwacht.

In diesen Momenten trifft uns das Wesen Gottes, die Barmherzigkeit, die auch dann bereit ist uns unseren selbstverschuldeten Alpträumen zu entreissen, wenn wir es nicht verdienen. Diese Barmherzigkeit holt uns heim wie den verlorenen Sohn, und sie erlaubt sich auf mannigfaltige Weisen in unser Leben einzubrechen, oftmals durch das Erscheinen eines Menschen, der nicht weniger für uns ist als der Engel der Verkündigung für Maria gewesen sein muss – die Verheissung nicht endenden Lebens in Fülle.

Bild: Stoimen Stoilov

Read Full Post »

Gegenwart

Read Full Post »

Du mein Engel,
ich will von Dir das Loben lernen
denn Lob trägt uns’re Seele himmelwärts
ich will von Dir das Danken lernen
denn Dank entschleiert stetig unser Herz
ich will von Dir das Lieben lernen
denn liebend werden wir dem Einen gleich
ich will von Dir das Beten lernen
damit auf Erden wächst das Himmelreich
ich will von Dir das Schweigen lernen
denn unsere Taten sind in sich beredt
ich will von Dir Vertrauen lernen
dass bald der Morgen über uns’ren Tränen steht
ich will von Dir das Hören lernen
denn hörend schafft der Mensch die neue Erde
mein Engel, alles will ich von Dir lernen
dass ich von Seiner Hand verwandelt werde
Amen

Bild(ausschnitt): © William Brassey Hole

Read Full Post »

Du mein Engel,
jeden Tag empfange ich Segen von Dir
Deinen Schutz, Deine Führung,
Dein Geleit

Heute will ich Dir etwas geben
im Wissen,
dass alles was ich bin und habe
Geschenk Gottes ist

Ich weihe Dir meine Hände
und überlasse Dir ihr Tun
dass sie segnen, was sie berühren
dass sie schätzen, was sie empfangen
dass sie geben, dem der braucht

Nimm meine Hände
und verwandle sie
in Lichter der Erde
in eine Botschaft des Friedens
in ein Gebet der Liebe
das dem Leben dient

Read Full Post »

Read Full Post »

Older Posts »