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Posts Tagged ‘Hören’

Ein Hören

Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest anstatt
zu meinen, anstatt zu glauben,
zu raten, zu tun.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die mit mir Wüsten durchwandert
den Quellen entgegen,
mit geteiltem Durst.
Mit Raum im Herzen
für das, was noch tastend
noch ächzend am Du
ersucht, in der Welt zu sein.
Mit Blicken aus Seide
um das keimende Grün nicht zu schrecken,
um nicht zu ritzen
die schneezarte Haut.
Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die weiss: nur dann
hat das Leben eine Wahl
wenn ein Hören es beschwört.

regenbogen_klanggebet2

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Manchmal haben wir uns schon so sehr an das ewige Einerlei gewöhnt, an den Grauschleier der Immergleichen, des Überdrusses und der Langeweile, dass wir die Dinge gar nicht mehr sehen, und auch die Menschen nicht, mit ihren zu bunten Farben geronnenen Lebensgeschichten. Und wir hören nicht mehr hin, denn in unseren Ohren rauscht nur noch das eigene Wissen und das schmerzliche Wissenwollen, das wir so gerne betäuben mit unseren Jajadaskennichschons. Und wir beklagen die Gräue der Dinge, die nichts anderes ist als unser Schmerz, der vor lauter Ausweglosigkeit in alle unsere Sinne geflossen ist, und wir beklagen dass die Menschen mit wattierten Stimmen sprechen, so als hätten sie das Nichtgehörtwerden schon widerstandslos verinnerlicht.

Manchmal passiert es dann, obwohl wir es nicht verdienen, obwohl wir es nicht erwirken, und obwohl wir es schon gar nicht anziehen durch eine Haltung, dass ein Mensch uns begegnet, der solche Schönheit trägt, dass er durch unsere Gräue hindurchgeht wie ein Sonnenstrahl durch Schnee, wie eine Flamme durch totes Laub, und mit einem mal gehen wir in die Knie vor Erschütterung und wir brechen auf wie tönerne Krüge, randvoll mit Dunkelheit. Und die Dunkelheit entweicht uns wie Schwärme schwarzer Vögel, und Raum wird frei, dass wir endlich wieder atmen können, wieder sehen, wieder hören, wie aus bösen Träumen erwacht.

In diesen Momenten trifft uns das Wesen Gottes, die Barmherzigkeit, die auch dann bereit ist uns unseren selbstverschuldeten Alpträumen zu entreissen, wenn wir es nicht verdienen. Diese Barmherzigkeit holt uns heim wie den verlorenen Sohn, und sie erlaubt sich auf mannigfaltige Weisen in unser Leben einzubrechen, oftmals durch das Erscheinen eines Menschen, der nicht weniger für uns ist als der Engel der Verkündigung für Maria gewesen sein muss – die Verheissung nicht endenden Lebens in Fülle.

Bild: Stoimen Stoilov

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Gegenwart

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Du mein Engel,
ich will von Dir das Loben lernen
denn Lob trägt uns’re Seele himmelwärts
ich will von Dir das Danken lernen
denn Dank entschleiert stetig unser Herz
ich will von Dir das Lieben lernen
denn liebend werden wir dem Einen gleich
ich will von Dir das Beten lernen
damit auf Erden wächst das Himmelreich
ich will von Dir das Schweigen lernen
denn unsere Taten sind in sich beredt
ich will von Dir Vertrauen lernen
dass bald der Morgen über uns’ren Tränen steht
ich will von Dir das Hören lernen
denn hörend schafft der Mensch die neue Erde
mein Engel, alles will ich von Dir lernen
dass ich von Seiner Hand verwandelt werde
Amen

Bild(ausschnitt): © William Brassey Hole

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Du mein Engel,
jeden Tag empfange ich Segen von Dir
Deinen Schutz, Deine Führung,
Dein Geleit

Heute will ich Dir etwas geben
im Wissen,
dass alles was ich bin und habe
Geschenk Gottes ist

Ich weihe Dir meine Hände
und überlasse Dir ihr Tun
dass sie segnen, was sie berühren
dass sie schätzen, was sie empfangen
dass sie geben, dem der braucht

Nimm meine Hände
und verwandle sie
in Lichter der Erde
in eine Botschaft des Friedens
in ein Gebet der Liebe
das dem Leben dient

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© Amy S. Turner

Wir beten nicht, weil wir etwas wollen. Nicht, weil wir begehren, wünschen, ersehnen. Nicht weil wir uns erleichtern wollen, Dinge abladen wie ein Schiff seine Lasten. Wir beten nicht, weil wir verzweifeln oder unsere innere Leere uns quält.

Zwar sind dies alles Gründe, die uns dazu veranlassen können, als Erschütterte die Hände zu falten, unsere Stimme zu heben, unsere Knie zu beugen, oder unsere Köpfe zu senken. Und eine Weile hängen wir uns vielleicht daran, weil unser Wollen, Begehren, Wünschen, Sehnen, Leiden, Verzweifeln und unsere Leere laut sind und fordernd.

Doch je mehr wir uns dem Gebet zuwenden, desto mehr wenden wir uns ab vom Wollen, Begehren, Wünschen, Sehnen, Leiden, Verzweifeln und unserer Leere. Nicht, weil wir uns zwingen. Nicht, weil wir etwas leisten wollen. Nicht, weil wir uns erheben über die Gebete des Sehnenden und der Verzweifelnden. Sondern weil das Gebet selbst uns lockt und ruft und verändert. Weil es uns einhüllt wie ein Leichentuch, unter dem wir sterben und neu geboren werden.

Nein, wir beten nicht, weil wir etwas wollen.

Wir beten, weil es tiefster, aufrichtigster, selbstverständlichster und innigster Ausdruck unserer Seele ist. Weil das Gebet uns innewohnt als ewiges Lied, das gesungen wird von Gott selbst.

Wir beten, weil wir Gebet sind.

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