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Posts Tagged ‘Leben’

Ein Hören

Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest anstatt
zu meinen, anstatt zu glauben,
zu raten, zu tun.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die mit mir Wüsten durchwandert
den Quellen entgegen,
mit geteiltem Durst.
Mit Raum im Herzen
für das, was noch tastend
noch ächzend am Du
ersucht, in der Welt zu sein.
Mit Blicken aus Seide
um das keimende Grün nicht zu schrecken,
um nicht zu ritzen
die schneezarte Haut.
Das schönste Geschenk war,
dass Du mich fragtest.
Dass Du mich fragtest wie eine,
die weiss: nur dann
hat das Leben eine Wahl
wenn ein Hören es beschwört.

regenbogen_klanggebet2

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Wir alle brauchen Vergebung, denn wir alle vergehen uns. Wir vergehen uns an der Freiheit des Anderen, an der Würde des Anderen, an dem Recht auf Entfaltung unseres Nächsten, der Leben ebenso verkosten will wie wir. Wir sprechen viele achtlose Worte. Wir tun Dinge, derer wir uns am nächsten Tag schon schämen. Öfter noch unterlassen wir das Nötige, das Not-Wendige, das dem Leben dienende, und schliessen die Augen vor dem Leiden des Mitmenschen. Wir denken dunkle Gedanken, in denen sich unser Gesicht viel mehr offenbart als das Gesicht der Welt oder das des Menschen, über den wir mutmaßen.

Das Christentum ist randvoll mit der Betrachtung des Schuldigwerdens, randvoll auch mit einem Aufschrei um Vergebung, und niemand geringeres rufen wir an, als die Gottheit selbst, weil wir ahnen, dass nur die reine, unkorrumpierte Liebe ausreichend sei, unsere Fehlbarkeit zu umarmen.

Aber was ist Vergebung, wenn sie nicht im Menschen Gestalt annimmt? Was ist eine Bitte um Verzeihung, wenn wir ihr nicht den Weg freimachen in die Mitte unseres Herzens, und uns ihr ergeben mit dem Willen, dem Anderen Freiheit zu schenken? Wie wird Vergebung lebendig, wenn wir es nicht sind, die einander vergeben? Wenn wir es Gott überlassen, unsere Ketten zu lösen?

„Liebt einander“, das enthält eine tiefe, folgenreiche Aufforderung zur Vergebung. Vergebung enthält ein Moment tiefer Selbsterkenntnis, denn erst der Mensch der sich als fehlbar und gefallen begreift, vermag nicht länger mit marmorner Härte von der Verfehlung des Anderen zu sprechen.
Vergebung enthält auch ein Moment tiefer Erkenntnis über die strebende, wachsende, reifende Natur des Lebens. Alles Lebendige reift am Scheitern. Am Fehler. Am Irrtum. Und es ist eine unschätzbare Lebenskunst, das Scheitern, den Fehler und den Irrtum nicht als Makel zu erdulden, sondern als Lebensatem zu begreifen. Als Weg der Reifung zu betreten.
Und letztlich enthält Vergebung auch einen Sog der Begegnung. Denn Vergebung ist nur in Zwiesprache zu erlangen, und nur in Zwiesprache zu gewähren. Wer vergibt, wer Vergebung erlangt, begreift, dass das Trennende überwindbar ist. Dass es ein Ungetrenntes gibt, das alle dunklen Wunden zu schließen vermag. Etwas, das heil ist und heil war, die ganze Zeit.

Und doch gibt es Dinge, die nur schwer zu verzeihen sind. Für manch einen Menschen, der schwer verwundet wurde, reicht eine Lebensspanne nicht aus, um Vergebung gewähren zu können. Auch das müssen wir aushalten, annehmen, und einander darin Gefährten sein. Wir können lernen, das Unverzeihliche das den Anderen plagt, mitzutragen. Raum zu sein, in dem das Schmerzliche das keine Heilung findet, atmen darf. Wir verkennen oft, wie wichtig dieses Miteinandertragen ist, und wie sehr auch dieses Tun Wege zu Vergebung öffnet. Jemand, der mit seiner Bitterkeit allein ist, wird alle Tage bitter sein. Jemand, der mit seinen Tränen allein ist, wird aller Tage untröstlich sein. Wir sind es, die einander Gefährten sein müssen, und dann werden wir staunen, darüber wie wir angesichts tiefer Begegnung und Gemeinschaft, angesichts heilsamen Miteinanders, neuen Frieden und neue Güte erlangen, die fruchtbarer Boden für Vergebung als Lebenshaltung werden.

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Wir reden so viel über Autarkie und Selbstermächtigung, über das selbstgenügsame Ganze, das wir sind, und dann wenn es ganz arg wird, ziehen wir das Wort „Augenhöhe“ heran, und meinen, damit unsere Unbeugsamkeit und Würde angemessen ausgedrückt zu haben. Doch die Wahrheit ist: wenn uns Schönheit berührt, sinken wir ihr so ergeben zu Füßen, als hätten wir nie etwas anderes getan. Und unsere Augen vermessen keine Höhen, sondern schließen sich in Hingabe. Eine Liebe erwacht, die sich nicht um Gesetze der Unbeugsamkeit kümmert. Denn die Liebe verliert nicht ihre Würde, wenn sie Ergebenheit wird. Die Liebe verliert nicht ihre Größe, wenn sie ihr Knie beugt. Die Liebe verliert nicht ihre Kraft, wenn sie bereitwillig zu Ohnmacht wird. Alles was wir in der Liebe verlieren, wird zu Reichtum, doch zu einem, den das Auge nicht versteht, das misst, und den die Hand nicht versteht, die gern die Zügel hält, und den der Mund nicht versteht, der gern das letzte Wort hat. Im Angesicht der Liebe kommt uns so leicht abhanden, woran wir eben noch unerbittlich festhielten, und es ist als würden wir aufgerichtet, während wir uns beugen, als würden wir beschenkt, während wir alles lassen, und als würden wir beseelt, während wir in bodenlose Ungewissheit hineinsterben.

schweben

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Schmerz ist ein natürlicher Teil des Lebens. Wer Schmerz verneint, verneint das Leben selbst. Es ist sehr menschlich, den Schmerz enden sehen zu wollen. Doch ist es auch menschenmöglich, ihn zu bejahen, zu umarmen und ihm ein Raum zu sein, in dem er neben seiner Schwester, der Freude, wohnen darf.
Viele Menschen erfahren für kurze Augenblicke oder auch für länger anhaltende Phasen den mystischen Raum. Jenen Raum, in dem die Dinge sich entschleiern und ihre uneingeschränkte Gutheit offenbaren. In diesem Raum zerrinnt Vergänglichkeit in Ewigkeit hinein. In diesem Raum zerrinnen auch Schmerzen in uferlosen Frieden hinein. Manch einer zieht daraus den Schluss, dass Schmerz Illusion und Freiheit von Schmerz die Wirklichkeit sei.
Schmerz ist aber keine Illusion, sondern eine Wirklichkeit der materiellen Welt. So wie Vergänglichkeit eine Wirklichkeit der materiellen Welt ist, und so wie Spannung eine Wirklichkeit ist zwischen den Dingen wie sie sind, und den Dingen wie sie werden wollen.
Gemäß der Weisheit aus dem Herzsutra „Form ist Leere, Leere ist Form“, ist eine Welt voller Schmerzen durchdrungen von dem Atem, in dem Schmerzen aufgehoben sind. Gemäß der Geschichte vom verklärten Christus auf dem Berg Tabor, der seine Jünger ermahnt, keine Zelte aufzuschlagen sondern vom Berg wieder herabzusteigen, führt jedes erlebte Freisein von Schmerz direkt zur leidenden Kreatur. Dies wird nicht weniger paradox, wenn man es argumentativ mit dem Vorschlaghammer unseres Wollens bearbeitet. Es wird aber ein sehr andächtiger Raum von Lebenskraft, wenn wir es in seiner Widersprüchlichkeit in unser Herz nehmen.
Das reale Leiden des verhungernden Kindes, der geschändeten Frau, des gequälten Tieres, schreit bis zum Himmel. Der Schmerz angesichts der Vergänglichkeit, angesichts des Zerbrechenden und Unheilbaren ist wirklich. Es ist keine Illusion sondern eine offene Wunde, in die all unser Lieben fließen muss. Scheint das reale leidensfreie Sein für uns sichtbar in der leidenden Kreatur auf, so ist dies eine Gnade und ein Geschenk, doch nicht eines das uns den Ernst jeder Träne relativiert, sondern eines, das uns an die Heiligkeit des Lebens gemahnt, die von uns geachtet, geschützt und verkörpert werden will.

ueberdenschmerz

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Die Dinge haben eine erlösende Leichtigkeit, wenn wir mit unserem Wesen die Natur des Lebens erfassen, das immer ein Drängen, Erneuern und Werden ist, eine überschäumende Seinslust, die alles immerzu über sich hinauswachsen lässt. Und die Dinge haben eine aufrichtige Traurigkeit, wenn wir mit unserem Wesen erfassen, wie schmerzlich jede Geburt ist, wieviel Kapitulation und Sterben allem Neuen vorausgeht, und wieviel vermeidbares Leiden wir einander antun. In einem weiten Herz wohnt das eine Wissen wie das andere, und allein die Liebe vermag die Spannung zwischen diesen Polen auszuhalten und würdevoll auszutragen. Diese Liebe vermag die Welt nicht gering zu achten oder in eine Seligkeit zu flüchten, die nicht am Verkosten jedes menschlichen, ja, jedes kreatürlichen Kummers gereift ist.

fruehling16

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Wenn Auferstehung die Überwindung des Todes ist, so bedeutet sie die Erlösung all dessen, was uns Leben verweigert, uns hindert, uns der Kraft beraubt, uns lähmt und unser Licht auslöscht. Welche Dinge sind das? Leidet der Mensch, leidet sein Leuchten unter dem physischen Tod? Nein, der physische Tod ist nur ein Übertritt, eine Gestaltwandlung, ein Zerrinnen der Form.

Was aber den Menschen in tiefstes Leid drängt und ihm Leben entzieht, das ist die Abwesenheit von Liebe, das sind Gleichgültigkeit, Angst, Hoffnungslosigkeit, ausweglose Selbstbezogenheit, das sind Gewalt und Tyrannei – damals nannten die Menschen dies „Sünde“. Es bedeutet nichts anderes, als vom Leben getrennt zu sein – den Strom des Lebens in uns nicht zuzulassen und das Licht gelebter Menschlichkeit immerzu durch Trennung schaffendes zu verdunkeln. Es bedeutet, sich den dunklen Wünschen in uns zu überlassen, die niemals nach Begegnung streben, nicht nach Frieden und Gemeinschaft, nicht nach Achtung vor jeglichem Leben, sondern immer nur nach unmittelbarer selbstbezogener Bedürfnisbefriedigung, nach einer Selbstüberhöhung, die die Schwäche des Anderen instrumentalisiert. Sünde ist sehr real, auch heute noch. Sie ist nichs anderes als eine Entscheidung, die die Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft willentlich außer acht lässt.

In der Geschichte Jesu sehen wir einen Menschen, der der Gleichgültigkeit und Angst, der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit begegnet. Der sowohl jene, die wir Täter nennen, liebt, als auch jene, die in ihrem Scheitern niemandem mehr gut genug sind. Der bereit ist, sich jenen entgegen zu stellen, die Menschen unterdrücken, tyrannisieren und beherrschen. Der bereit ist, sich verurteilen zu lassen und den gewaltsamen Tod zu durchschreiten. Hier erhebt sich einer, der all die menschengemachte Trennung erkennt, benennt, verzeiht, durchbricht und transzendiert. Er nimmt die Schläge der Soldaten mit ans Kreuz, ebenso die Feigheit des Petrus, den verlogenen Kuss des Judas, und damit all unsere Feigheiten und unseren Verrat an dem, was wir sein könnten, erlaubten wir dem Strom des Lebens, uns mitzureißen und zu verwandeln. Alles was uns vom Leben trennt, nimmt er mit ans Kreuz und hinab in das Reich des Todes, in jenes dunkle Reich menschengemachter Vereinsamung, Hoffnungslosigkeit und Vernichtung, in das sich niemand mehr hineinwagt als Gott in Person.

Und dann kehrt er zurück. Mit ungebrochenem Leben. Als Schöpfer, Hüter und Spender nicht endenden Lebens, an dem all unser Trennendes versiegen muss. Das Grab ist leer. Das Echo aller vernichtenden Ängste und Untaten ist verklungen.

Wie wäre es, wäre unser Grab leer? Diese Gruft unserer falschen Entscheidungen, unserer boshaften Gedanken, unserer hohlen Worte, unserer Renitenz mit der wir darauf beharren, nur Menschen zu sein, die mit ausgefahrenen Ellbogen und Scheuklappen an den Augen dafür sorgen müssen, dass sie in ihrer kurzen Lebensspanne halbwegs glücklich sind, auf wessen Kosten auch immer?

Und wie wäre es, sähen wir den Auferstandenen? Maria Magdalena erblickt ihn im Garten. Auch wir können ihm dort begegnen, im Garten unserer Seele, und ebenso wie sie erkennen wir ihn vielleicht für eine ganze Weile nicht. Auferstehung ist kein altes Märchen, kein vergangenes Ereignis, keine Trostgeschichte für eine vom Tod geplagte Welt. Auferstehung ist das Wunder mystischer Erweckung, ist ein Schmelzen unserer totenstarren Seelenanteile unter Gottes guter Hand, hinein in das Wunder nicht endenden Lebens.

Auferstehung feiern heisst, Christus einzulassen in unsere inneren Reiche des Todes. Und mit ihm, ja in ihm aufzuerstehen zu einem Leben, das Segnung, Fülle und Freude für alle vorsieht.

Ich wünsche Euch Frohe Ostern!

Bild: Kim Young Gil

kimyounggil

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Machen wir doch nicht den Fehler zu glauben, dass es ein „davor“ gebe, in dem das Leben weniger heilig, weniger kostbar, weniger Leben selbst sei. Wir haben so viele Arten, unser Leben in Fragmente zu schneiden und einige dieser Fragmente für unbedeutend, unnütz oder vergebens zu halten, und grösser könnte unser Irrtum kaum sein – und wie oft begreifen wir dies, doch erst angesichts des Sterbens. Es gibt sie nicht, diese unwichtige oder unwirkliche Zeit „vor“ dem Erwachen, vor der Berufung, vor der mystischen Erfahrung, vor der Heilung, vor der Begegnung mit dem Seelengefährten. Es gibt nur Leben, das wächst und atmet und stockt und bricht und wogt und abebbt und wieder aufs neue strömt.

Das Leben, jeder Seufzer, jede Träne, jeder Triumph und jedes Scheitern, ja jede Zelle und jedes Atom sind durch und durch heilig, und selbst wenn die tiefste Gotteserkenntnis Dich heute erschütterte und aus Dir einen neuen Menschen machte, und Dein ganzes Gewordensein in ein anderes Licht rückte, so wäre Dein Lebensweg immer noch Ausdruck einer Liebe, die viele Gestalten annimmt und die um jedes Haar auf Deinem Kopf weiss und um jede Träne, die Du vor der Welt zu verstecken trachtest, und deren Weisheit auch jene Momente ersonnen hat, in denen Du noch nichts anderes sehen kannst als heilloses Chaos.

Es gibt eine Liebe zum Leben, die alles andere ist als süss und leicht – sie tut nicht weniger als alle Sekunden gewordenen Lebens, die unrühmlichsten und schmerzvollsten noch, in sich zu bergen mit einem bodenlosen Vertrauen, das nur aus dem Feuer der Kapitulation und des Nichtwissens hervorgehen konnte. Wenn es etwas gibt, das wir angesichts des Endenden begreifen dürfen, auch angesichts des endenden Jahres, mit Blick auf alles was es uns schenkte und auf alles, dessen es uns beraubte, so ist es wohl dies: Leben ist kostbar, ist heilig, und in ihm ist eine so zwingende und bezwingende Kraft und Schönheit, der wir, halten wir auch nur einmal aufrichtig inne, nur erliegen können. Aus diesem Erliegen ergibt sich das, was wir kindlicherweise immer „Vorsätze“ nennen, von ganz alleine: ein Wunsch kristallisiert sich heraus, nichts mehr gering zu achten, was das Leben hervorbringt.

Diesem Leben, an dem wir so oft herumdoktern als sei es eine Krankheit, wohnt alles inne, zusammen mit einer Weisheit, die das Wie und Wann zu orchestrieren weiss, und wir haben diesen Sprung zu wagen, dieser Orchestrierung zu vertrauen, und unsere Kontrollsucht niederzulegen wie ein müder Krieger seine Waffen.

In einem der schönsten Texte der Bibel ist dieses tiefe Wissen festgehalten, und es mag den ein oder anderen verwundern, dass dieser Text aus dem Alten Testament stammt, das wir so oft für unlesbar oder unzeitgemäß halten.

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte. Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt, wobei zugleich immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und durch seinen ganzen Besitz das Glück kennen lernt, das ein Geschenk Gottes ist. Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden. Damit bewirkt Gott, dass die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. Was auch immer geschehen ist, war schon vorher da, und was geschehen soll, ist schon geschehen und Gott wird das Verjagte wieder suchen.“ (Kohelet 3,1-15)

Ich wünsche Euch einen friedlichen Jahresausklang und einen beherzten Schritt ins neue Jahr. Möge es Leben in Fülle für uns alle sein.

Bild: © Eyvind Earle

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