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Posts Tagged ‘Lebensfreude’

Machen wir doch nicht den Fehler zu glauben, dass es ein „davor“ gebe, in dem das Leben weniger heilig, weniger kostbar, weniger Leben selbst sei. Wir haben so viele Arten, unser Leben in Fragmente zu schneiden und einige dieser Fragmente für unbedeutend, unnütz oder vergebens zu halten, und grösser könnte unser Irrtum kaum sein – und wie oft begreifen wir dies, doch erst angesichts des Sterbens. Es gibt sie nicht, diese unwichtige oder unwirkliche Zeit „vor“ dem Erwachen, vor der Berufung, vor der mystischen Erfahrung, vor der Heilung, vor der Begegnung mit dem Seelengefährten. Es gibt nur Leben, das wächst und atmet und stockt und bricht und wogt und abebbt und wieder aufs neue strömt.

Das Leben, jeder Seufzer, jede Träne, jeder Triumph und jedes Scheitern, ja jede Zelle und jedes Atom sind durch und durch heilig, und selbst wenn die tiefste Gotteserkenntnis Dich heute erschütterte und aus Dir einen neuen Menschen machte, und Dein ganzes Gewordensein in ein anderes Licht rückte, so wäre Dein Lebensweg immer noch Ausdruck einer Liebe, die viele Gestalten annimmt und die um jedes Haar auf Deinem Kopf weiss und um jede Träne, die Du vor der Welt zu verstecken trachtest, und deren Weisheit auch jene Momente ersonnen hat, in denen Du noch nichts anderes sehen kannst als heilloses Chaos.

Es gibt eine Liebe zum Leben, die alles andere ist als süss und leicht – sie tut nicht weniger als alle Sekunden gewordenen Lebens, die unrühmlichsten und schmerzvollsten noch, in sich zu bergen mit einem bodenlosen Vertrauen, das nur aus dem Feuer der Kapitulation und des Nichtwissens hervorgehen konnte. Wenn es etwas gibt, das wir angesichts des Endenden begreifen dürfen, auch angesichts des endenden Jahres, mit Blick auf alles was es uns schenkte und auf alles, dessen es uns beraubte, so ist es wohl dies: Leben ist kostbar, ist heilig, und in ihm ist eine so zwingende und bezwingende Kraft und Schönheit, der wir, halten wir auch nur einmal aufrichtig inne, nur erliegen können. Aus diesem Erliegen ergibt sich das, was wir kindlicherweise immer „Vorsätze“ nennen, von ganz alleine: ein Wunsch kristallisiert sich heraus, nichts mehr gering zu achten, was das Leben hervorbringt.

Diesem Leben, an dem wir so oft herumdoktern als sei es eine Krankheit, wohnt alles inne, zusammen mit einer Weisheit, die das Wie und Wann zu orchestrieren weiss, und wir haben diesen Sprung zu wagen, dieser Orchestrierung zu vertrauen, und unsere Kontrollsucht niederzulegen wie ein müder Krieger seine Waffen.

In einem der schönsten Texte der Bibel ist dieses tiefe Wissen festgehalten, und es mag den ein oder anderen verwundern, dass dieser Text aus dem Alten Testament stammt, das wir so oft für unlesbar oder unzeitgemäß halten.

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte. Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt, wobei zugleich immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und durch seinen ganzen Besitz das Glück kennen lernt, das ein Geschenk Gottes ist. Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden. Damit bewirkt Gott, dass die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. Was auch immer geschehen ist, war schon vorher da, und was geschehen soll, ist schon geschehen und Gott wird das Verjagte wieder suchen.“ (Kohelet 3,1-15)

Ich wünsche Euch einen friedlichen Jahresausklang und einen beherzten Schritt ins neue Jahr. Möge es Leben in Fülle für uns alle sein.

Bild: © Eyvind Earle

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Manch ein Leser hier weiss ja, dass ich den lyrischen Ausdruck sehr schätze, als Raum in dem sich über das Unsagbare sprechen lässt. Deswegen ist es mir eine besondere Freude, auf meinen Gedichtband hinzuweisen, der am 14.12. im echter Verlag Würzburg erscheint. In achtzig Gedichten mit einleitenden mystischen Betrachtungen geht es um die Themen Gebet, Werden am Du, Naturverbundenheit, dunkle Nacht der Seele und die Sterblichkeit.

Ihr könnt das Buch ab sofort überall im Buchhandel vorbestellen, aber auch bei mir persönlich (im Shop www.klanggebet-shop.de), so dass Ihr den Band pünktlich zum Erscheinungstermin in Händen haltet. Auf Wunsch schreibe ich auch gern eine Widmung hinein.

Verlagstext: Die Gedichte in diesem Band geben Zeugnis davon, wie mystisches Erleben unserer Verbundenheit mit allem Lebendigen und der entgrenzenden Kraft, die alles Lebendige hervorbringt, mehr und mehr Raum überlässt: im Gebet, in der Begegnung mit unserem Nächsten, in der Natur, in der dunklen Nacht der Seele und angesichts unserer Endlichkeit.

Fundstück

Es sinken alle Worte dieser Stunden
in Schweigen, das dem Blau der Himmel gleicht.
Nur dieses Wort, das ich am Saum der Nacht gefunden,
möchte noch reisen, wissend, dass es Dich erreicht: Danke.

Taschenbuch: 112 Seiten
Verlag: Echter; Auflage: 1 (14. Dezember 2015)
ISBN: 978-3429039097

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Die Beziehung zur Mutter ist wohl unsere wesentlichste. Ein Leben lang fühlen wir das. In dieser Beziehung Liebe und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, wird Vielen mit wachsendem Lebensalter wichtig.

Zum Muttertag, aber nicht nur zu diesem Tag, kannst Du nun zwei Wandbilder verschenken, die gleichermaßen Segen und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ein persönliches, inniges Geschenk an die Mutter. Weitere Wandbilder und CD’s gibt es wie gehabt im Shop.

www.klanggebet-shop.de

Wer seiner Mutter etwas besonders Kostbares schenken möchte, hat auch die Möglichkeit, ein persönliches Segenslied oder Seelenlied zu verschenken. Ich habe schon für einige Mütter diese Klanggebet-Arbeit tun dürfen, und erlebte, was für eine große Freude es für alle Beteiligten war. Bei Interesse sende Deine Anfrage an mich.

Heilung für ein verwundetes Verhältnis

Eben weil die Verbindung zur Mutter so stark und bedeutsam ist, leiden Menschen besonders darunter, wenn diese Verbindung vergiftet oder beschadet ist. Keine andere Beziehung kann soviel Freude oder soviel Schmerz stiften wie die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Aus diesem Grund möchte ich es nicht versäumen, auch jenen, die unter ihrer Mutterbeziehung oder unter der Beziehung zu ihrem Kind leiden, Hilfestellung anzubieten. Ich widme mich seit vielen Jahren der Segnung und Erneuerung dieser sensiblen Beziehung.

Ein besonderes Angebot aus meiner Arbeit ist die persönliche Heilmeditation für das Mutter/Kind Thema. Sie enthält ein Vorgespräch, die Kreation Deiner persönlichen Meditation, eine CD-Aufnahme und ein Nachgespräch.

Ob diese Impulse der Vergebung, der Wahrung der Grenze, der Versöhnung oder anderem dienen, hängt von den Besonderheiten Eurer Beziehung ab.

Ich freue mich auf Deine Anfrage. (www.klanggebet.de, giannina@klanggebet.de, 030-39934477)

Bild: © Sergey Smirnov

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Lieber Freund, liebe Freundin,

Als ich gestern die ersten hektischen Gesichter im Einkaufszentrum sah, war mir klar: der Vorweihnachtsstress und Geschenkekauf beginnt.

Ich möchte es daher nicht versäumen, Euch auf einige Geschenke hinzuweisen, die Ihr ohne Stress und zu fairen Preisen in meinem Onlineshop http://www.klanggebet-shop.de erwerben könnt, und die all jenen eine Freude machen dürften, die ihre Spiritualität leben möchten und auf diesem Weg sanfte bis kraftvolle Unterstützung und Ermutigung schätzen.

1.“Herzensgebet“, „Seelengrund“, „Christuslicht“: drei CD’s mit spirituellen Liedern aus der Tiefe des Herzens. Überkonfessionell – weit – frei. Für ein erdverbundenes, im Himmel verwurzeltes, mitfühlendes, achtsames und herzensfrohes Leben. Klanggebete, die zu Hingabe einladen.

2. „Gaia – Musikalische Meditationen“: Eine Meditations CD, die schamanische Erdverbundenheit und franziskanische Schöpfungsliebe vereint. Meditative Texte und mantrische Lieder, die uns die Kostbarkeit der Erdengaben ebenso vermitteln wie die Gegenwart des Göttlichen in allem Belebten. Für drin und draußen, für Erdung und Erdheilung zu jeder Jahreszeit.

3. Individuelle Haussegen: Wenn es heisst, der Haussegen hänge schief, dann verdankt sich dieses geflügelte Wort möglicherweise der Tatsache, dass es, gerade im neunzehnten Jahrhundert, üblich war, sich einen Haussegen als eingerahmtes Bild an die Wand zu hängen. Wenn dann im Streit die Türen knallten, hing der Segen buchstäblich schief. Möglicherweise verdankt sich diese Erklärung aber auch einer Legende, denn ob es Frauen im neunzehnten Jahrhundert gestattet war, Türen zu knallen, darf man bezweifeln ;).

Haussegen sind zu Unrecht aus der Mode gekommen, denn sie sind zeitlos, und dürfen auch heute noch unsere Wände schmücken und uns beim Blick darauf daran erinnern, welchen Geist wir in unseren Wohnräumen gegenwärtig wissen und mit unserer Aufmerksamkeit nähren wollen. Das ist für jeden Menschen, jede Familie, jedes Paar sicher unterschiedlich. Und aus diesem Grund biete ich individuelle Haussegen an, die ich nach einem telefonsichen Vorgespräch und einer anschliessenden Gebetssitzung empfange. Der auf die Herzenswünsche, Gaben und Aufgaben des Menschen zugeschnittene Segen wird dann von mir auf einem dekorativen Fotodruck (A4) an Dich verschickt. Du kannst den Fotodruck selbst rahmen, oder Du wählst gegen Aufpreis die Variante Haussegen auf Holz. Ich sende Dir dann diese besondere Variante zu, die auch bereits mit Aufhängung ausgestattet ist.

4. Persönliche Mantren: Eine Sprach-CD, musikalisch unterlegt, auf der ich Dein persönliches Mantra zur spirituellen Entfaltung aufnehme, das ich in einer Gebetssitzung empfangen habe. Das persönliche Mantra kannst Du auch in Form eines Gutscheins an einen lieben Menschen verschenken (Nach Anfrage sende ich Dir einen gestalteten Gutschein zu). Persönliche Partnerschaftsmantren dienen einer zweisamen Ausrichtung auf tiefe Verbundenheit und gemeinsame Visionen. Das Mantra wird als CD, zusammen mit einem dekorativen Fotodruck verschickt.

5. Persönliche Seelen- und Segenslieder (auch für Paare und Kinder): Für die verbleibende Zeit bis Weihnachten kannst Du für einen Deiner Lieben noch ein Seelen- oder Segenslied buchen. Zu Weihnachten kannst Du ausserdem einen Gutschein verschenken, so dass der Beschenke im neuen Jahr mit mir in Kontakt tritt und wir über sein/ihr Klanggebet sprechen. (Gutscheine gestalte ich auf Anfrage). Das persönliche Seelenlied kannst Du nicht über den Shop buchen – richte Deine Anfrage bitte per eMail oder telefonisch an mich.

Ich freue mich auf Deine Anfrage und Deinen Besuch im Klanggebet Shop (www.klanggebet-shop.de). Lass Dich nicht von der Hektik anstecken – die Vorweihnachtszeit ist wie die Natur uns zeigt, eine Zeit des Rückzugs und des Stillerwerdens.

Mit klangvollen Grüßen und Segenswünschen,

Giannina

love

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Heute feiern viele Menschen Erntedank. Was für ein schönes Fest das ist – nicht nur, wenn wir Früchte und Blumen aus unseren Gärten sammeln und uns vor Augen führen, wie uns die Erde und unserer Hände Arbeit nährt, sondern auch wenn wir auf das Jahr zurückblicken und die „Ernte“ unserer Gedanken, Taten, unserer Beziehungen und Gespräche ansehen. Die Ernte unserer Erkenntnisse und Einsichten. Was da an segensreichen Fügungen zusammengekommen ist, und was an Erkenntnissen, die an Schmerz oder an Freude gereift sind.

Erntedank – das ist kein inneres Bilanzieren unter der Perspektive „Was hab ich bekommen“ (mit anschliessender Gewinn-/Verlustrechnung), sondern das ist eine bewusste Dankbarkeitsübung, denn die Ernte wird so genommen wie sie eben ist, ob sie nun unseren Vorstellungen entspricht oder nicht.

Der wunderbare David Steindl-Rast sagt: „Nicht das Glück ist die Quelle der Lebensfreude, sondern die Haltung der tiefen Dankbarkeit. Dankbar leben heißt hellwach leben.“

erntedank

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Ich werde das häufig gefragt, und vielleicht nur deshalb, weil ich es nicht klar genug erwähne: ich verstehe mich als Dienstleisterin und selbstverständlich kann man mich auch konsultieren.

Meine Einzelarbeit – Ich unterstütze Dich auf dem Weg in ein sinnerfülltes, herzensfrohes Leben

Gerade wenn es im Alltag hoch her geht, ist es wichtig, das Auge des Sturms zu finden, den stillen und heiligen Ort, an dem wir immerzu unbeschadet, frei und im Frieden sind.Gerne unterstütze ich Dich auf diesem Weg, Dir das stille Sanktum in Deinem Herzen mehr und mehr zu erschließen aus dem Du ein sinnerfülltes, glückliches Leben in tiefer Verbundenheit mit Himmel und Erde schöpfst. Ich weise daher auf meine Einzelarbeit hin:

Spirituelle Wegbegleitung/Coaching: Ich begleite Dich telefonisch und per eMail auf Deinem persönlichen Weg der Herzensöffnung und Entfaltung. Sporadisch oder regelmäßig.

Finanzieller Ausgleich pro Stunde: 60 € (regelmäßige Begleitung/Paketpreise möglich)

Impulssitzung: Du stellst bist zu drei Fragen, und ich gehe mit ihnen ins Gebet. Dann händige ich Dir einen inspirierten Text aus. Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 155 €

Übermittlung von individuellen Gebeten/Ritualen mit denen Du regelmäßig arbeiten und Deine spirituelle Praxis vertiefen kannst: Deine Gebete/Rituale empfange ich in kontemplativer Stille. Diese werden Dir schriftlich ausgehändigt, Vor- und Nachgespräch inklusive.

Finanzieller Ausgleich pro Sitzung: 135 €

Dein persönliches Mantra: Nach einem telefonischen Vorgespräch gehe ich für Dich ins Gebet und empfange für Dich ein wirksames Mantra. Dieses händige ich Dir als Musik/Sprach-CD zusammen mit einem Fotodruck und einer Anleitung für diese heilsame Andachtspraxis aus.

Finanzieller Ausgleich für Dein Mantra: 100 €

Meine Einzelarbeit verstehe ich als überkonfessionell und frei. Du bist innerhalb jeder Konfession ebenso wie außerhalb davon willkommen. Ich schöpfe aus mehr als 25 Jahren spiritueller Praxis und inneren Betens – was soviel bedeutet wie: ich kenne die blühenden Gärten an unserem Seelengrund ebenso wie die Wüsten. Und ich kenne viele frohe Wege der Er-MUT-igung. Die Gaben, die mir zur Verfügung stehen, habe ich von Gott geschenkt bekommen – dementsprechend verstehe ich es als meine Pflicht und Freude, sie dem Menschen zur Verfügung zu stellen.

Ich freue mich auf Deine Anfrage (eMail: giannina@klanggebet.de, Tel.: 030-39934477)

Heilsame Klänge findest Du im Shop unter www.klanggebet-shop.de

 
einzelarbeit2014

 

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Die Menschen, die mich am tiefsten berührt und bewegt haben, das waren nicht diejenigen, die von Erwachen sprachen, nicht diejenigen, die einen Gott predigen, nicht die, die mir erklären wollen, wie mein Leben in Ordnung kommt. Es waren nicht die, die den Anspruch hatten, mich zu heilen, oder solche die glaubten es besser zu wissen. Es waren nicht die, die auf alles eine Antwort haben und auch nicht die, die jede schmerzliche Situation überlegen anzulächeln trachteten. Es waren keine Menschen, die behaupteten, frei von Ego oder Verstrickung zu sein, weder solche, die Stimmen hörten, noch solche, die erhebende Erscheinungen hatten. Es waren nicht die ewig jungen, dynamischen, erfolgreichen menschlichen Schlachtschiffe, die in einsamem Triumph durch das Meer des Lebens fahren, noch waren es Menschen, deren Hände hart sind von der Gewohnheit, alles im Griff zu haben.

Die Menschen, die mich am tiefsten berührt und bewegt haben, das waren diejenigen, die still taten, was viele tun, doch ohne sich zu brüsten oder zu klagen. Das waren diejenigen, die mir zuhörten, wenn es darauf ankam. Die das Gute in mir sahen, das ich selbst längst vergessen hatte. Die gut zu mir waren, auch wenn ich es nicht verdient hatte. Das waren diejenigen, die fragten, anstatt zu meinen, und wissen wollten, anstatt zu urteilen. Das waren diejenigen, die sich zeigten, auch auf die Gefahr hin, ausgeliefert zu sein. Die sich hingaben, auch auf die Gefahr hin, nicht gehalten zu sein. Das waren die, die bereit waren, mit mir in die Finsternis zu gehen, anstatt mich ins Licht zu zerren. Das waren die, die von ihrem Scheitern sprachen, ohne das rasende Schwert der Beschönigung zu schwingen. Die, die ohne Zurückhaltung litten und lachten. Jene, die auf ihren Grund gesunken waren, von dem mich uferlose Bläue grüßte, so wehmütig leise in einer tosenden Welt. Die stillen Heiligen, an die wir uns oft erst erinnern, lange nachdem sie aus unserem Leben verschwunden sind.

Wessen Stimme vertraust Du? Welcher Hand vertraust Du Dein Leben an? Dort, wo wir Antworten suchen, sind wir so leicht zu blenden, leicht zu trösten und zu verführen. Es ist an der Zeit, neu hinzuhören, neu hinzusehen, und zu bejahen, dass der Schleier der Täuschung fallen will. Randvoll sind wir mit Kontakten, doch arm an Begegnung. Randvoll mit Vernetzung, doch arm an Gemeinschaft. Randvoll mit Erklärungen, doch arm an Gewissheit. Vertagt ist alle Weisheit, die uns von Karma, Erlösung, Auflösung erzählt. Ein tiefer Wunsch wird wach und wacher, den Menschen wirklich zu sehen, und wirklich gesehen zu sein – hineinzuwachsen in das Leben, das wir uns eben noch erklären lassen wollten, in den Moment, den wir gerade noch missachteten, auf der Suche nach dem Sinn dahinter.

Rilke sagte es in so tiefem Wissen, im Stunden-Buch:

„Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach drüben
Nur Sehnsucht, auch den Tod nicht zu entweihn
Und dienend sich am Irdischen zu üben
Um seinen Händen nicht mehr neu zu sein.“

Und wo sonst liegen unsere Hände, wenn nicht in der Seinen:

„Laß Dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muß nur gehen: Kein Gefühl ist das fernste.
Laß dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.
Du wirst es erkennen an seinem Ernste.
Gib mir die Hand.“

weekend

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