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Posts Tagged ‘Lyrik’

Deck die Sonne zu, Du stillstes aller Worte,
deck die Wunden zu, Du kummerloser Dank,
der ernste Engel der Vollendung schließt die Pforte,
und benetzt die Lippen Dir mit schwerem Trank.

Leg die Fragen dieses Tages in die Erde,
die Dich trägt und Deine Sohlen zärtlich küsst,
jeder Abend trägt Dir auf: nun stirb und werde
was die Liebe Gottes hier auf Erden ist.

Deck die Sonne zu, Du innigstes Versprechen,
auch das Rot des Morgens wächst in Dunkelheit.
Jeder Traum darf leuchten, klingen und zerbrechen.
In Dir glüht schon jetzt das Licht der Ewigkeit.

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Ich suchte den Segen der Liebe
fernab der ächzenden Frühe
fernab benommener Straßen an Sohlen der Hast.
Mit Worten so gläsern
dass nur ein Engel sie trüge mit Händen aus Glanz.
Und die Liebe begann mich zu fürchten
wie einen der krankt in der Nähe von Kindern
wie Gift in den Brunnen der Menschlichkeit.
In den Gassen da starben am Abend die Schatten
in die Nächte der Menschen hinein.
Und die Seufzenden brachen einander
das Brot der Begegnung,
ich aber blieb allein.
Den Kephas in mir musste ich brechen
zum Hahnenschrei lösen den dunklen Verrat
die Knie, die rosigen, beugen am Schmutz der Enteignung.
Wir haben nichts-
auch das Bekenntnis gehört uns nicht.
Dort wo Herz und Hand dem Leid des Nächsten
Dach und Stube formen
ist alles was wir halten dürfen.
Ein neuer Mensch.
Am tönernen Krug der Liebe
darf ich nun Hüter eines kleinen Risses sein.

Bild: © Käthe Kollwitz

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Die Nacht steht an der Schwelle. Lass sinken Deine Hände.
Gib dem Vollender, was versiegte, was gelang.
Das Sonnenhelle, und auch das Dunkle braucht sein Ende.
Nicht länger sei Dein Herz so ruhelos und bang.

Dein Schlaf sei wie ein Garten. Die Fülle seiner Blüten
und seiner Düfte nähre Deinen Seelengrund.
Die Welt kann warten. Mutter Nacht wird Dich behüten.
Lass Dich nur wiegen. Jeder Riss wird einst gesund.

(Gedichte und Nachtgebete findest Du auch in Giannina Wedde „Dorn der Liebe“, echter Verlag 2015, überall im Buchhandel und im Klanggebet Shop)

Bild: Pablo Picasso

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Hoffnung

Lehre mich Leben, Gott, auch wenn aus hart gewordner Schale,
aus altem Schweigen, das die Not so Vieler hält,
ich dunkle Striche in den nahen Morgen male,
wie schwarze Kümmernis begegnungsloser Welt.

Zu viele Wogen großer Hoffnung brachen einst an harten Küsten,
verklungen ist das Lied, das sich dem Andren neigt –
Sind wir denn Menschen nicht, die brüderlich erretten müssten
was uns aus sehnsuchtsvollen, wunden Herzen steigt?

Ich bin ein Mensch, und dieses dunkle Bangen will mich beugen,
selbst meine Augen sind zu scheu, nach Dir zu schauen,
doch alles was Du bist, kann nur das Licht bezeugen,
und meine Hand will Deiner Hand sich anvertrauen.

Oh wenn auch Du Dich beugst, wer wird dann froh entzünden
dies eine Feuer, das beharrlich wärmt?
Das uns den Weg weist, um einst heimzufinden?
Das jungen Vögeln gleicht, wenn es in weite Ferne schwärmt?

Wer rettete uns denn, wenn unser Sehnen schliefe,
wenn unser Amen nur noch stärkte, was wir wissen?
Wenn uns nur nachtgeschwärzte Angst beim Namen riefe,
und alles Wollen endete im Lassen müssen?

Es ist ein Heiligtum im Herzen, das sich Hoffnung nennt,
es gibt sich zu erkennen als Verlangen.
Heut’ geh ich fort von all der Asche, denn ein Feuer brennt.
Ein neuer Morgen zeichnet Rot auf meine Wangen.

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Zur Nacht

Leg Deine Ängste nieder.
Für eine Nacht nur gib den Sternen was Dich sorgt.
Es kehrt die Ruhe wieder.
Denn alle Dinge, die wir halten, sind geborgt.
Du darfst die Augen schließen.
Du darfst vergessen, was Dich eben noch gebeugt.
Das Blau der Nacht lass fließen,
das eine namenlose Liebe treu bezeugt.
Du bist von ihr umgeben.
Lass nun den Dingen ihren Lauf und schlafe ein.
Du bist beschenkt mit Leben.
Ein jeder Morgen lockt Dich zärtlich, Licht zu sein.

(Geistliche Gedichte findest Du auch in meinem Band „Dorn der Liebe“, echter Verlag 2015, überall im Buchhandel und in meinem Shop.)

Bild: Toshiyuki Enoki

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Versöhnung

Der Winter kommt und nimmt die Tränen mit.
Zu Schnee wird, was im Herzen rastlos brannte.
Und eine Stimme, die mein Innerstes längst kannte
ruft meinen Namen aus dem eisgeschmückten Grün.

Da bricht es auf, was tief an Trauer litt.
Es reist wie ein Gebet in weite Ferne,
es mehrt das Silber aller längst verlosch’nen Sterne
und aller Blumen, die als Eis am Fenster blüh’n.

Der Atem weißt, wie zärtlicher Gesang
die Nacht, die schwarz sich kleidet wie die Raben,
und ich begreife, dass die Dinge Liebe haben.
Auch jene Dinge, die wir Gott niemals verziehen.

Die Erde küsst den Schnee von meinem Gang.
Ich kann nicht anders als mich zu versöhnen,
der Schöpfer beugt sich, um die Welt zu krönen.
Es ist ja Gnade. Alle Dinge sind geliehen.

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Manch ein Leser hier weiss ja, dass ich den lyrischen Ausdruck sehr schätze, als Raum in dem sich über das Unsagbare sprechen lässt. Deswegen ist es mir eine besondere Freude, auf meinen Gedichtband hinzuweisen, der am 14.12. im echter Verlag Würzburg erscheint. In achtzig Gedichten mit einleitenden mystischen Betrachtungen geht es um die Themen Gebet, Werden am Du, Naturverbundenheit, dunkle Nacht der Seele und die Sterblichkeit.

Ihr könnt das Buch ab sofort überall im Buchhandel vorbestellen, aber auch bei mir persönlich (im Shop www.klanggebet-shop.de), so dass Ihr den Band pünktlich zum Erscheinungstermin in Händen haltet. Auf Wunsch schreibe ich auch gern eine Widmung hinein.

Verlagstext: Die Gedichte in diesem Band geben Zeugnis davon, wie mystisches Erleben unserer Verbundenheit mit allem Lebendigen und der entgrenzenden Kraft, die alles Lebendige hervorbringt, mehr und mehr Raum überlässt: im Gebet, in der Begegnung mit unserem Nächsten, in der Natur, in der dunklen Nacht der Seele und angesichts unserer Endlichkeit.

Fundstück

Es sinken alle Worte dieser Stunden
in Schweigen, das dem Blau der Himmel gleicht.
Nur dieses Wort, das ich am Saum der Nacht gefunden,
möchte noch reisen, wissend, dass es Dich erreicht: Danke.

Taschenbuch: 112 Seiten
Verlag: Echter; Auflage: 1 (14. Dezember 2015)
ISBN: 978-3429039097

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