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Posts Tagged ‘Mutter Erde’

Oft fällt das Wort Erdheilung in unseren Tagen. Und manch einer stellt sich darunter Menschen vor, die bemüht ihre guten Gedanken an die Erde senden, wie eine Mutter an ihr krankes Kind in der Ferne. Erdheilung ist aber ist keine Einbahnstraße. Es bezeichnet eine wechselseitige Wirkung, eine Beziehung. Es gibt eine erste und ursprüngliche tiefe Liebesbeziehung in unserem Leben, die gepflegt und geachtet werden will, und das ist die Beziehung zwischen uns und der Natur, die uns hervorgebracht hat.

Als Menschen werden wir nicht nur von der Natur genährt, wir finden in ihr auch die sinnbildlichen Geheimnisse, die uns die tiefere Dimension unseres geistigen Lebens erschliesst. Schamanen wie Hagazussen wussten das wohl schon immer. Aber auch Mystikern des Christentums war es eine Selbstverständlichkeit. Deswegen besang Franziskus Bruder Sonne und Schwester Mond, deswesen sagte Bernard von Clairvaux „Du wirst mehr in den Wäldern finden als in Büchern. Bäume und Steine werden Dich lehren, was Du von keinem Lehrmeister hörst.“ und deswegen sang die heilige Hildegard von Bingen von der Grünkraft Gottes, der Viriditas, die in der Natur zu finden sei. Der Mensch gesundet in der Natur an Körper und Seele, seine Erkenntniskraft speist sich an der Schönheit, Wildheit und Kraft der Schöpfung. Die Enge seines Ich schmilzt, wenn er sich als Teil einer unbezähmbaren Weite begreift. Erdheilung heisst hier: Heilung geht aus von der Erde an den Menschen. Ein Geschenk.

Der Mensch, der sich der Natur entfremdet, entfremdet sich nicht nur der Nahrung die ihn erhält, der Medizin die ihn gesund macht und der Schönheit die ihn tröstet, er verliert auch den Bezug zur Natur als Erkenntnisstifter, als Auslöser mystischer Verschmelzung, als entgrenzende Kraft. Und inzwischen ahnen wir das – deswegen zahlen wir Unmengen Geld für Schweigetage in den Bergen, für Retreats in der Wüste, für Besinnungstage am Meer. Wir staunen und sind wie vom Donner gerührt, weil wir sehen was die Natur vermag – wie sie uns zurückbringt zu uns selbst, zur Einfachheit, zum Göttlichen.

Der Mensch, der sich der Natur entfremdet, behandelt sie freilich auch wie ein Narr. Die Folgen dieses närrischen Verhaltens sehen wir heute in der Erde, der Luft, den toten Gewässern, den kontaminierten Nahrungsmitteln. Heilung muss hier ausgehen vom Menschen an die Erde – und das geschieht auf mehrere Weisen: zum einen öffnen wir uns für die Frage, wie ein naturverbundenes modernes Leben aussehen kann. Wie es aussehen kann, wenn wir uns nicht als herrschaftliche Nutzer der Ressourcen betrachten, sondern als dankbaren Teil eines Sinnzusammenhangs. Zum anderen darf unser Gebets- und Meditationsleben freilich auch wieder in die Natur verweisen. Körpergebet, Meditation, Rituale in, mit und für die Natur – sie verändern uns und unsere Umgebung. Erdheilung heisst hier: der Mensch tut das Seine, um heilsam mit der Erde und ihren Wunden umzugehen.

Erdheilung ist keine rückwärtsgewandte Ritualistik für Nostalgiker. Erdheilung darf und muss festes Element zeitgenössischer Spiritualität sein – Ausdruck einer lebendigen und lebensnotwendigen Beziehung die seit jeher heilig und überdies zerbrechlich ist.

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Große Freude! Das vierte Album des Klanggebet Projektes ist fertig – eine Meditations CD, die wunderbare Werkzeuge enthält, die Beziehung zur Erde zu vertiefen und eine Haltung der Achtsamkeit, Dankbarkeit und Freude zu üben. Die vier geführten Meditationen enthalten jeweils ein Lied, das die meditative Klangreise vertieft.

Du findest auf dieser CD eine Wassermeditation, eine Gehmeditation, eine Meditation der Elemente und eine Heilmeditation für Mutter Erde. Ausserdem ein Gebet, zwei mantrische Lieder, das Mutter Erde Seelenlied und auch das bekannte Klanggebet „A new day“ (Earth day Song). Insgesamt fast sechzig Minuten meditative, sinnenfreudige Übungen, die Heilung in die Beziehung zwischen Mensch und Schöpfung tragen.

Du kannst schon jetzt unter www.klanggebet-shop.de bestellen. Versand ab 25.10. Und bitte Weitersagen nicht vergessen. Jeder Besteller erhält 5 Gaia Segenspostkarten.

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dass mein herz
den himmeln gleiche
dass es weit sei, frei und groß
und tief bis in die erde reiche
verbunden mit dem mutterschoß
dass es sanftmut sei und güte
antwort auf der liebe ruf
licht und feuer, glut und leben
hingeschenkt dem, der es schuf
dies erbittet, himmelsvater,
mutter erde, euer kind
erschaffen aus dem lehm der erde
aus feuer, wasser, geist und wind

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Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 14: Bejahung

© Cristina McAllister

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Bejahung“.

Dieser vierzehntägige Weg begann mit einem „Ja“. Und heute endet er mit einem „Ja“.

Wohlwissend, dass in diesem Ja so viele Neins eingeschlossen sind, die gesprochen werden müssen gegen Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und Untragbarkeiten. Wohlwissend, dass ein Ja nicht immer in seliger Ergebenheit gesprochen werden kann, sondern oftmals errungen werden will. Wohlwissend auch, dass es vor allem innere Hürden sind, die überwunden werden wollen auf diesem Weg der Bejahung.

Dies ist ein Ja zu innerer Entwicklung. Zu Liebe, Mitgefühl und Aufmerksamkeit. Zu Mut und Aufrichtigkeit, ein Ja dazu, jene Welten zu erschließen, die Du in meinen Seelengrund gelegt hast. Dies ist ein Ja zu einem bewussten Leben inmitten dieser Schöpfung, die auf unzählige Weisen von Dir erzählt. Dies ist ein Ja zu einer beherzten und bedachten Lebensreise, im Angesicht des Du, und in Deiner Gegenwart, die alles durchdringt.

Noch während ich alles dafür tun muss, wird mir alles geschenkt. Noch während Du meine Wege zeichnest, bin ich frei. Dies ist ein Geheimnis, in das ich sinke, wie der Samen in die Erde. Und dafür danke ich Dir.

Segne unsere Wege. Segne die Wege aller, die eine neue Erde in ihren Herzen tragen, berührt von Deiner Gegenwart mitten unter uns.

Paulus schrieb einst an seine Gemeinde: Gott ist in unseren Herzen aufgeleuchtet.

Dieses Leuchten möchte ich bejahen, feiern, besingen, tragen und teilen.

(Dies war ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier. Herzlichen Dank an all die vielen Leser, die mitgegangen sind und die Texte geteilt haben, und die mir so freundlich geschrieben haben. Weiterhin gute Reise.)

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Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg.Tag 13: Gemeinschaft

© Angela Treat Lyon

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Gemeinschaft“.

Ich bin nicht allein. Diese Reise, die ich antrete, führt durch Höhen und Täler, immer aber in Reichweite von Gefährten. Und Gefährte will auch ich sein. Nicht nur dem Menschen, der mich kennt, und der sich selbst in mir erkennt, der sich mir zuneigt und meiner Zuneigung bedarf. Sondern auch dem Wind und dem Wasser, dem Feuer und der Erde, dem Tier, allem Wachsenden und Werdenden will ich Gefährte sein. So gut ich kann will ich dies, doch heute sage ich: ich will es besser können als bisher. Wo dazu Übung nötig ist, will ich üben. Wo dazu Offenheit nötig ist, will ich mich öffnen. Hörend sein will ich, auch und gerade für den Ruf des Nächsten der an mich ergeht, immer tiefer in ein Verstehen und Verkosten dessen sinkend, was Leben ist.

Und was der Mensch ist und was er sein kann, das werden wir erweisen. Denn jeder Tag ist der Tag der Menschwerdung.

 

Du bist mir so vertraut
ist unser Glanz auch noch verhüllt
wir teilen einen Traum
nimm meine Hand damit er sich erfüllt

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(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

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Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 12: Liebe

© Elena Kotliarker

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Liebe“.

Was weiß ich von der Liebe? Je mehr ich mich Dir aussetze, Du Namenloser, um so fremder scheint sie mir.

Denn Du entkleidest mich. Mit geduldiger Hand nimmst Du mir jede Schicht: meinen Mantel, der mich wärmte, und den ich für mütterliche Liebe hielt. Mein Hemd, das mich ordnete, und das ich für väterliche Liebe hielt. Meine Kleider, die mich schmückten, und die ich für romantische Liebe hielt. Meine Uniform, die mich einreihte, und die ich für Nächstenliebe hielt. Meine Stiefel, die mich trugen, und die ich für Gottesliebe hielt.

Entkleidet hast Du mich, doch nicht um mich zu beschämen. Entkleidet hast Du mich, dass ich erahnen könnte, wie gross die Liebe ist.

Die Liebe verwandelt alles. Sie macht uns sehend und hörend, aufmerksam für alles was in uns und um uns lebt und pulsiert. Sie erinnert uns an unsere Verbundenheit, noch während sie uns von der Freiheit erzählt. Sie durchtrennt unsere Fesseln, doch auf eine Weise, die uns zu den Dingen hin befreit. In jener Freiheit stehlen wir uns nicht davon, entlastet und abgewandt. In jeder Freiheit wenden wir uns den Dingen zu, und unsere geöffneten Hände nehmen begierig und mutig den Lebensfaden auf, den zu knüpfen wir einst versprachen. Diese Freiheit ist eine Freiheit zur Hingabe, und diese Hingabe scheut nicht den Staub auf den Straßen und die Tränen im Gesicht des Nächsten, und sie weiß um die Gräber, über denen der Morgen noch nicht leuchtet.

Solche Liebe zeigst Du mir in meiner Nacktheit, und keine Ordnung, kein Gesetz, keine Regel die wir uns erdachten um den Strom der Liebe zu bändigen, hat darin Bestand.

Du zeigst mir Liebe, die nicht von dieser Welt ist, und deren Weg doch ins Herz dieser Welt führt und in alle ihre Blutgefäße, derer auch ich eines bin. Und mich verlangt es nicht nach Unverwundbarkeit oder nach seliger Ruhe, denn meine Arbeit, unsere Arbeit ist noch nicht getan.

Die Liebe höret niemals auf, sagtest Du uns. Und jeder meiner Atemzüge weiß das. Mit dieser Gewissheit möchte ich selbst Liebe sein in dieser Welt, heute, morgen, und bis zum letzten meiner Tage.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

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Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 11: Klarheit

© Jennifer Baird

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Klarheit“.

Eine unruhige See bin ich. Gedanken nehmen mich mit auf Reisen, Gefühle stärken und schwächen mich, immerzu. Immerzu ist diese Welt in Bewegung, und meine innere Welt folgt ihr mit ihrer Bewegtheit.

Du aber breitest eine See der Klarheit vor mir aus. Du aber sagst: Nimm. Trink. Werde.

Ich möchte Deine Klarheit hereinlassen. Möchte ihr sagen: komm und zähme meine Gedanken. Komm und streiche die Wogen aus meinem Gemüt. Komm und löse die Knoten, an denen ich strauchle, immer wieder.

Eine klare See will ich sein, die Deinen Himmel spiegelt. Die nichts hinzufügt und nichts wegnimmt, die ist, weil Du es so gewollt hast.

Ich möchte hinabsinken auf den Grund der Dinge, dorthin, wo alles still wird. Dorthin, wo das Licht der Klarheit in alle Winkel meines Daseins strahlt, und mich anfüllt mit Bewusst-Sein. Dorthin, wo eine Erinnerung liegt, die Du mir nicht vorenthältst.

Jeden Tag möchte ich dieser Klarheit Einlass gewähren, durch Gebet, durch Meditation, durch Momente der Stille, durch Momente des Innehaltens inmitten Deiner Schönheit, die Du so verschwenderisch in diese Welt gegossen hast.

Je mehr ich in diese See der Klarheit sinke, je mehr ich selbst diese Klarheit werde, um so mehr werde ich ihr Licht in meine Tage und Nächte tragen können. Alles was ich so tue, wird die Ruhe dieses heiligen Gewässers enthalten. Alles was ich so tue, wird Reinheit und Wahrhaftigkeit in sich tragen. Alles was ich so tue, wird Segen sein für diese Welt. Meine Worte werden klar sein, und dem Verstehen dienen. Meine Taten werden klar sein, und der Liebe dienen. Ich selbst werde geklärt sein in wachsender Erkenntnis unserer Verbundenheit. Was mich gestern noch täuschte, wird schwinden. Was mich gestern noch irritierte, vergehen. Dort wo Klarheit sich ausbreitet, werde ich mehr und mehr wahrhaftig und frei, und alles darf daran teilhaben.

Auf diesem Weg der Vervollkommnung gib Du mir Geleit.

Du Quelle der Klarheit, eine klare See will ich sein, die Deinen Himmel spiegelt.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

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