Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Offenheit’

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 14: Bejahung

© Cristina McAllister

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Bejahung“.

Dieser vierzehntägige Weg begann mit einem „Ja“. Und heute endet er mit einem „Ja“.

Wohlwissend, dass in diesem Ja so viele Neins eingeschlossen sind, die gesprochen werden müssen gegen Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und Untragbarkeiten. Wohlwissend, dass ein Ja nicht immer in seliger Ergebenheit gesprochen werden kann, sondern oftmals errungen werden will. Wohlwissend auch, dass es vor allem innere Hürden sind, die überwunden werden wollen auf diesem Weg der Bejahung.

Dies ist ein Ja zu innerer Entwicklung. Zu Liebe, Mitgefühl und Aufmerksamkeit. Zu Mut und Aufrichtigkeit, ein Ja dazu, jene Welten zu erschließen, die Du in meinen Seelengrund gelegt hast. Dies ist ein Ja zu einem bewussten Leben inmitten dieser Schöpfung, die auf unzählige Weisen von Dir erzählt. Dies ist ein Ja zu einer beherzten und bedachten Lebensreise, im Angesicht des Du, und in Deiner Gegenwart, die alles durchdringt.

Noch während ich alles dafür tun muss, wird mir alles geschenkt. Noch während Du meine Wege zeichnest, bin ich frei. Dies ist ein Geheimnis, in das ich sinke, wie der Samen in die Erde. Und dafür danke ich Dir.

Segne unsere Wege. Segne die Wege aller, die eine neue Erde in ihren Herzen tragen, berührt von Deiner Gegenwart mitten unter uns.

Paulus schrieb einst an seine Gemeinde: Gott ist in unseren Herzen aufgeleuchtet.

Dieses Leuchten möchte ich bejahen, feiern, besingen, tragen und teilen.

(Dies war ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier. Herzlichen Dank an all die vielen Leser, die mitgegangen sind und die Texte geteilt haben, und die mir so freundlich geschrieben haben. Weiterhin gute Reise.)

Advertisements

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg.Tag 13: Gemeinschaft

© Angela Treat Lyon

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Gemeinschaft“.

Ich bin nicht allein. Diese Reise, die ich antrete, führt durch Höhen und Täler, immer aber in Reichweite von Gefährten. Und Gefährte will auch ich sein. Nicht nur dem Menschen, der mich kennt, und der sich selbst in mir erkennt, der sich mir zuneigt und meiner Zuneigung bedarf. Sondern auch dem Wind und dem Wasser, dem Feuer und der Erde, dem Tier, allem Wachsenden und Werdenden will ich Gefährte sein. So gut ich kann will ich dies, doch heute sage ich: ich will es besser können als bisher. Wo dazu Übung nötig ist, will ich üben. Wo dazu Offenheit nötig ist, will ich mich öffnen. Hörend sein will ich, auch und gerade für den Ruf des Nächsten der an mich ergeht, immer tiefer in ein Verstehen und Verkosten dessen sinkend, was Leben ist.

Und was der Mensch ist und was er sein kann, das werden wir erweisen. Denn jeder Tag ist der Tag der Menschwerdung.

 

Du bist mir so vertraut
ist unser Glanz auch noch verhüllt
wir teilen einen Traum
nimm meine Hand damit er sich erfüllt

.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 12: Liebe

© Elena Kotliarker

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Liebe“.

Was weiß ich von der Liebe? Je mehr ich mich Dir aussetze, Du Namenloser, um so fremder scheint sie mir.

Denn Du entkleidest mich. Mit geduldiger Hand nimmst Du mir jede Schicht: meinen Mantel, der mich wärmte, und den ich für mütterliche Liebe hielt. Mein Hemd, das mich ordnete, und das ich für väterliche Liebe hielt. Meine Kleider, die mich schmückten, und die ich für romantische Liebe hielt. Meine Uniform, die mich einreihte, und die ich für Nächstenliebe hielt. Meine Stiefel, die mich trugen, und die ich für Gottesliebe hielt.

Entkleidet hast Du mich, doch nicht um mich zu beschämen. Entkleidet hast Du mich, dass ich erahnen könnte, wie gross die Liebe ist.

Die Liebe verwandelt alles. Sie macht uns sehend und hörend, aufmerksam für alles was in uns und um uns lebt und pulsiert. Sie erinnert uns an unsere Verbundenheit, noch während sie uns von der Freiheit erzählt. Sie durchtrennt unsere Fesseln, doch auf eine Weise, die uns zu den Dingen hin befreit. In jener Freiheit stehlen wir uns nicht davon, entlastet und abgewandt. In jeder Freiheit wenden wir uns den Dingen zu, und unsere geöffneten Hände nehmen begierig und mutig den Lebensfaden auf, den zu knüpfen wir einst versprachen. Diese Freiheit ist eine Freiheit zur Hingabe, und diese Hingabe scheut nicht den Staub auf den Straßen und die Tränen im Gesicht des Nächsten, und sie weiß um die Gräber, über denen der Morgen noch nicht leuchtet.

Solche Liebe zeigst Du mir in meiner Nacktheit, und keine Ordnung, kein Gesetz, keine Regel die wir uns erdachten um den Strom der Liebe zu bändigen, hat darin Bestand.

Du zeigst mir Liebe, die nicht von dieser Welt ist, und deren Weg doch ins Herz dieser Welt führt und in alle ihre Blutgefäße, derer auch ich eines bin. Und mich verlangt es nicht nach Unverwundbarkeit oder nach seliger Ruhe, denn meine Arbeit, unsere Arbeit ist noch nicht getan.

Die Liebe höret niemals auf, sagtest Du uns. Und jeder meiner Atemzüge weiß das. Mit dieser Gewissheit möchte ich selbst Liebe sein in dieser Welt, heute, morgen, und bis zum letzten meiner Tage.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 11: Klarheit

© Jennifer Baird

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Klarheit“.

Eine unruhige See bin ich. Gedanken nehmen mich mit auf Reisen, Gefühle stärken und schwächen mich, immerzu. Immerzu ist diese Welt in Bewegung, und meine innere Welt folgt ihr mit ihrer Bewegtheit.

Du aber breitest eine See der Klarheit vor mir aus. Du aber sagst: Nimm. Trink. Werde.

Ich möchte Deine Klarheit hereinlassen. Möchte ihr sagen: komm und zähme meine Gedanken. Komm und streiche die Wogen aus meinem Gemüt. Komm und löse die Knoten, an denen ich strauchle, immer wieder.

Eine klare See will ich sein, die Deinen Himmel spiegelt. Die nichts hinzufügt und nichts wegnimmt, die ist, weil Du es so gewollt hast.

Ich möchte hinabsinken auf den Grund der Dinge, dorthin, wo alles still wird. Dorthin, wo das Licht der Klarheit in alle Winkel meines Daseins strahlt, und mich anfüllt mit Bewusst-Sein. Dorthin, wo eine Erinnerung liegt, die Du mir nicht vorenthältst.

Jeden Tag möchte ich dieser Klarheit Einlass gewähren, durch Gebet, durch Meditation, durch Momente der Stille, durch Momente des Innehaltens inmitten Deiner Schönheit, die Du so verschwenderisch in diese Welt gegossen hast.

Je mehr ich in diese See der Klarheit sinke, je mehr ich selbst diese Klarheit werde, um so mehr werde ich ihr Licht in meine Tage und Nächte tragen können. Alles was ich so tue, wird die Ruhe dieses heiligen Gewässers enthalten. Alles was ich so tue, wird Reinheit und Wahrhaftigkeit in sich tragen. Alles was ich so tue, wird Segen sein für diese Welt. Meine Worte werden klar sein, und dem Verstehen dienen. Meine Taten werden klar sein, und der Liebe dienen. Ich selbst werde geklärt sein in wachsender Erkenntnis unserer Verbundenheit. Was mich gestern noch täuschte, wird schwinden. Was mich gestern noch irritierte, vergehen. Dort wo Klarheit sich ausbreitet, werde ich mehr und mehr wahrhaftig und frei, und alles darf daran teilhaben.

Auf diesem Weg der Vervollkommnung gib Du mir Geleit.

Du Quelle der Klarheit, eine klare See will ich sein, die Deinen Himmel spiegelt.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 10: Mitgefühl

© Albena

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Mitgefühl“.

Manchmal erinnert sich etwas in mir daran, mit allem verbunden zu sein. Dann ist mir der Zweig vertraut wie meine rechte Hand, das Wasser wie mein Blut, der Himmel wie meine Haut. Alles spricht zu mir und hört mein Sprechen. Alles lädt mich ein und sagt: Komm.

Dann bin ich tief in den Armen des Mitgefühls, dort, wo das Andere niemals das Fremde ist. Dort wo jeder meiner Blicke erwidert wird. Dort, wo jeder Schmerz auch meiner ist.

Dann schmerzt meine Hand, wenn der Zweig bricht, und mein Blut klagt, wenn das Wasser versiegt, und meine Haut brennt, wenn der Himmel sich verfinstert. Denn wir fließen im selben Strom, und alles was dort Kreise zieht, zieht Kreise bis hin zu meinem Herzen.

So ist es auch mit Dir, Mensch, wenn ich Dich ansehe. Deine Freude rührt immerzu an die meine – und Dein Schmerz weckt meinen Schmerz aus seinem Schlummer. Auf viele Weisen wissen wir uns vor dem Schmerz des Anderen zu schützen, wir lernen dies, kaum dass wir in diese Welt gekommen sind. Was aber schützt uns vor einer Welt ohne Mitgefühl?

Heute öffne ich mein Herz, um Dich, Du uferlose Kraft des Mitgefühls, einzuladen. Komm und lehre mich das Hören. Komm und lehre mich das Sehen. Dass ich die Klage höre und folge. Dass ich das Zerbrochene sehe und verweile. In Deinen Armen, an der Seite des Menschen. Nicht, um im Leiden aneinander gebunden das Schmerzende festzuhalten. Doch um im Wachsen einander verbunden das Schmerzende zu befrieden.

Du heiliges Mitgefühl, das Du immerzu aus der Barmherzigkeit Gottes fließt: ströme in mein Sein, und lass mein Sein selbst Strom des Mitgefühls in dieser Welt sein.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 9: Verwandlung

© Colleen Koziara

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Verwandlung“.

Du bist wie das Meer, das den Kiesel schleift. Wie das Sonnenlicht, das das unter der Erde Verborgene ruft. Du bist wie das Feuer, das brennt und zehrt und den Kern der Dinge befreit.

Die Stimme der Mutter bist Du, in der das Kind seinen Namen findet. Die Hand des Vaters, unter der sein Weg sich in die Erde schreibt.

Alles verwandelst Du.

Dein Hauch trifft trockenes Geäst, und es beginnt zu grünen. Dein Licht trifft müde Schultern, und stark erhebt sich der Mensch. Deine Güte trifft eine wütende Welt, und Frieden gießt sich in ihre Wogen.

Auch ich bedarf der Verwandlung. Auch ich will neu werden. Denn in mir wohnt ein Mensch, der weiser ist als ich. Der mitfühlender ist als ich. Der friedvoller ist als ich. In mir wohnt ein Wissen, das meine Stirn noch nicht erreichte. Eine Liebe, die noch nicht aus meinen Händen floss. Ein Leben, das mein Leben noch nicht durchdrang.

Und ich bitte Dich: bring diesen neuen Menschen hervor.

Ich will es geschehen lassen, als läge es allein in Deiner Hand. Und ich will so handeln, als läge es allein in der meinen.

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Ich geh’ mit Dir: 14tägiger Übungsweg. Tag 8: Empfangen

© Socrates M

Der heutige Tag steht unter dem Wort „Empfangen“.

Ich möchte bereit sein, zu empfangen.

Ein gebender Gott bist Du, ein überfließender Quell, ein Licht das immerzu neues Licht gebiert.

Wie könnte ich Dich begrüßen, wie Dich willkommen heißen, wäre ich keine Empfangende? Daher besann ich mich, daher löste und leerte ich mich, wie um meine inneren Straßen zu säumen mit Blüten, die Deine Schritte erwarten.

Ich bin ein Mensch mit vielen törichten Wünschen. Doch bin ich nachsichtig mit ihnen, denn ich weiss sie zu unterscheiden von jenen brennenden Wünschen am Grunde meines Herzens, die stets Dich meinen. Wie eine angeborene Erwartung begleiten sie mich, jene Herzenswünsche, die mir von Dir erzählen und die allein in Dir erlöschen können.

Heute bin ich bereit, zu empfangen. Und ich weiss, dass Du nicht weniger gibst als Dich selbst.

Wie kann ich Deine Schönheit empfangen, wie Deine Kraft?
Ich kann nur wie einst die Frommen sagen: Maranatha. Komm, Herr. Komm, Du Quell, Du Licht, Du Wahrheit, komm, Du Anfang und Ende, Du ewiger Klang. Komm und erhebe Dich in mir, in einem Mensch unter Menschen.

Ich weiß, wenn meine Schritte Dich empfangen, so werden sie zu den Verwundeten führen. Wenn meine Hände Dich empfangen, so werden sie gebend sein. Wenn mein Mund Dich empfängt, wird er nicht aufhören zu singen. Wenn mein Körper Dich empfängt, wird er Wind sein und Wasser, Erde und Feuer, verwoben mit dem Geschick dieser Erde, die atmet und Dich preist.
Und alles wird Gebet sein. 

Mach mich bereit, Dich zu empfangen. Du, der Du längst in uns bist. Du, der Du längst in unserer Mitte wandelst.  

(Dies ist ein Übungsweg vom 15.10. – 28.10. Er begann hier.)

Read Full Post »

Older Posts »