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Posts Tagged ‘Verantwortung’

Innerhalb eines halben Jahres hörte ich von drei höchst unterschiedlichen Menschen, dass sie in einer entscheidenden Situation den selben Satz aussprachen: Der erste war ein junger Mann, geschäftlich erfolgreich, auf der Sonnenseite des Lebens, als er wegen zunehmenden Unwohlseins zum Arzt ging. Der Arzt sagte: „Sie zeigen alle Zeichen eines Burnout“. Der junge Mann antwortete schneller als ihm lieb war: „Ich habe keine Zeit für so einen Unsinn.“

Der zweite Mensch, das war eine Frau, die seit vielen Jahren alles daran setzte, es allen Menschen in ihrem Umfeld recht zu machen. Den Eltern, den Schwiegereltern, dem Ehemann, den Kindern. Wenn ich sie fragte, was sie für sich selbst tue, hörte ich nur Schweigen. Sie entwickelte Herzrasen, Atemnot, Schwindel. Der Arzt sagte. „Sie haben Panikattacken.“ Und sie antwortete wie im Reflex: „Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit“.

Der dritte Mensch, das war ein Mann kurz vor der Rente. Er hatte einen so stressigen Job, dass er manchmal fürchtete, er würde seine Rente gar nicht mehr erleben. Ein Magengeschwür kündigte sich an, weswegen er zum Arzt ging. Der Arzt aber sagte obendrein: „Sie haben eine schwere Depression.“ Und auch hier kam die Antwort schneller als der innere Zensor sie zurückhalten konnte: „Depression? Also bei allem Respekt, aber dafür habe ich keine Zeit.“

Wofür wir Zeit haben, das entscheiden weder Vorgesetzter noch Ehemann, weder Schwiegereltern noch Kinder. Wofür wir Zeit haben, das entscheidet, wenn die Schmerzgrenze überschritten ist, immer unser Körper, immer unsere Psyche. Und dann beugen wir uns einem Gesetz, das uns nicht in den Kram passt, und sind womöglich noch böse auf den Körper der erschöpft ist, und auf die Psyche die in Sorgen ertrinkt.

Wer frei und verantwortlich entscheiden will, wohin seine Zeit fliesst, der muss die Gesetze des Körpers und der Psyche achten. Der muss auch bereit sein zu erkennen, dass Erfolgshunger ebenso wie Harmoniesucht durchaus krank machen können, wenn sie uns dazu verleiten, immer und immer wieder unsere eigenen Grenzen zu überschreiten. Wer frei und verantwortlich entscheiden will, wohin seine Zeit fliesst, der muss auch bereit sein, den ein oder anderen Wunsch als Ego-Ballast fallen zu lassen.

Ich werde in meiner Arbeit bisweilen gefragt, warum ich so beherzt mantrisches Beten empfehle. Die Antwort ist einfach: weil mantrisches Beten Medizin für jedes Leiden ist. Wer sich frei und verantwortlich Zeit dafür nimmt, täglich einige Minuten mantrisch zu beten, gibt seinem Körper und seiner Psyche ein entscheidendes Signal. Er sagt: „Dieses Sanktum in meinem Inneren, diese heilige Gegenwart des Göttlichen, wie fühlbar oder nicht fühlbar sie gerade auch sein mag, dieser Punkt an dem ich mehr bin als mein Ego, mehr als meine Person, an dem ich frei und unbeschadet bin, hat oberste Priorität. Ich anerkenne dieses Geheimnis, widme mich diesem Geheimnis, und erlaube diesem Geheimnis, das Ruder zu übernehmen.“

Es ist eine Entscheidung von großer Dimension, auch wenn sie sich anfangs winzig anfühlen mag. Mantrisches Beten bedeutet, das Gedankenkarussell zu verlassen. Das Hamsterrad der Unterwerfung, das Samsara der eigenen Enge. Und es beginnt mit einem kleinen, beherzten Satz: „Ja, dafür habe ich Zeit.“

samsara

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Die Menschen, die mich am tiefsten berührt und bewegt haben, das waren nicht diejenigen, die von Erwachen sprachen, nicht diejenigen, die einen Gott predigen, nicht die, die mir erklären wollen, wie mein Leben in Ordnung kommt. Es waren nicht die, die den Anspruch hatten, mich zu heilen, oder solche die glaubten es besser zu wissen. Es waren nicht die, die auf alles eine Antwort haben und auch nicht die, die jede schmerzliche Situation überlegen anzulächeln trachteten. Es waren keine Menschen, die behaupteten, frei von Ego oder Verstrickung zu sein, weder solche, die Stimmen hörten, noch solche, die erhebende Erscheinungen hatten. Es waren nicht die ewig jungen, dynamischen, erfolgreichen menschlichen Schlachtschiffe, die in einsamem Triumph durch das Meer des Lebens fahren, noch waren es Menschen, deren Hände hart sind von der Gewohnheit, alles im Griff zu haben.

Die Menschen, die mich am tiefsten berührt und bewegt haben, das waren diejenigen, die still taten, was viele tun, doch ohne sich zu brüsten oder zu klagen. Das waren diejenigen, die mir zuhörten, wenn es darauf ankam. Die das Gute in mir sahen, das ich selbst längst vergessen hatte. Die gut zu mir waren, auch wenn ich es nicht verdient hatte. Das waren diejenigen, die fragten, anstatt zu meinen, und wissen wollten, anstatt zu urteilen. Das waren diejenigen, die sich zeigten, auch auf die Gefahr hin, ausgeliefert zu sein. Die sich hingaben, auch auf die Gefahr hin, nicht gehalten zu sein. Das waren die, die bereit waren, mit mir in die Finsternis zu gehen, anstatt mich ins Licht zu zerren. Das waren die, die von ihrem Scheitern sprachen, ohne das rasende Schwert der Beschönigung zu schwingen. Die, die ohne Zurückhaltung litten und lachten. Jene, die auf ihren Grund gesunken waren, von dem mich uferlose Bläue grüßte, so wehmütig leise in einer tosenden Welt. Die stillen Heiligen, an die wir uns oft erst erinnern, lange nachdem sie aus unserem Leben verschwunden sind.

Wessen Stimme vertraust Du? Welcher Hand vertraust Du Dein Leben an? Dort, wo wir Antworten suchen, sind wir so leicht zu blenden, leicht zu trösten und zu verführen. Es ist an der Zeit, neu hinzuhören, neu hinzusehen, und zu bejahen, dass der Schleier der Täuschung fallen will. Randvoll sind wir mit Kontakten, doch arm an Begegnung. Randvoll mit Vernetzung, doch arm an Gemeinschaft. Randvoll mit Erklärungen, doch arm an Gewissheit. Vertagt ist alle Weisheit, die uns von Karma, Erlösung, Auflösung erzählt. Ein tiefer Wunsch wird wach und wacher, den Menschen wirklich zu sehen, und wirklich gesehen zu sein – hineinzuwachsen in das Leben, das wir uns eben noch erklären lassen wollten, in den Moment, den wir gerade noch missachteten, auf der Suche nach dem Sinn dahinter.

Rilke sagte es in so tiefem Wissen, im Stunden-Buch:

„Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach drüben
Nur Sehnsucht, auch den Tod nicht zu entweihn
Und dienend sich am Irdischen zu üben
Um seinen Händen nicht mehr neu zu sein.“

Und wo sonst liegen unsere Hände, wenn nicht in der Seinen:

„Laß Dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muß nur gehen: Kein Gefühl ist das fernste.
Laß dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.
Du wirst es erkennen an seinem Ernste.
Gib mir die Hand.“

weekend

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Wie oft wollen wir frei sein, und wähnen uns frei, wenn wir frei von Krankheit sind, frei von Not, frei von Tränen, frei von der Bedürftigkeit, Erkenntnis, Wärme, Halt und Schönheit aus der Begegnung mit dem Anderen erlangen zu müssen. Freiheit aber ist nicht Freiheit vom Schmerzlichen, nicht Freiheit vom Stachel der Vergänglichkeit und des Todes, nicht Freiheit vom Werden am Du, das nicht Makel ist sondern Würde.

Freiheit ist Freiheit zum Schöpferischen, zum Ja dazu, die Welt mitzugestalten. Freiheit ist Erkenntnis der eigenen Kleinheit und Erfahrung der eigenen Grenzenlosigkeit. Freiheit ist Lust an der Begegnung, am blutvollen Geben und Nehmen, am Werden, Wachsen und Reifen, an der Schöpfung, am Herzen des Anderen, am Grunde des Kelches der Not ebenso wie auf den Gipfeln der Freude. Freiheit ist Atmen der Ewigkeit inmitten aller vergänglichen Erscheinungen, ist eine Umarmung des Chaotischen, aus dem immerzu neue Schöpfungen hervorgehen.

Freiheit zum Menschsein ist etwas ganz anderes als Freisein von etwas. Allenfalls bemerken wir in der freiheitlichen Bejahung des Lebens mit all seinen Facetten, dass Dinge von uns abfallen, die uns hinderten, auch die Sucht, immer nur uns selbst verpflichtet zu sein. Die Dinge loswerden zu wollen jedoch, die uns hindern, die uns verwunden, ärgern, krank machen oder belasten, hat uns noch nie frei gemacht, sondern unserem Gefängnis nur weitere Schlösser hinzugefügt.

Alle Dinge des Lebens enthalten eine Einladung an uns, unsere Freiheit zu umarmen, und mit ihr unsere gestalterische Kraft, unseren Willen, unsere Erkenntnisfähigkeit und unsere Verantwortung. Wir sind Narren, wenn wir denken, diese Freiheit machte uns zu Göttern, denen es zustehe, sich zu nehmen was ihnen beliebt. Denn dieser Freiheit wohnt solche Zärtlichkeit inne, solche natürliche Demut, solche mitfühlende Aufmerksamkeit, dass sie nichts anderes wollen kann, als Segen, als Frieden, als Seligkeit für alle.

vogi

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Neulich las ich eine amüsante Anekdote. Sie ging sinngemäss etwa so: Ein Schüler fragte den Guru Papaji: „Meister, ich wohne in einer sehr lauten Strasse, und unter meiner Wohnung ist ein Geschäft in das täglich viele Menschen ein- und ausgehen. Es ist so unruhig wie in einem Bienenstock, und der Lärm stört mich entsetzlich. Wie kann ich meine meditative Stille bewahren?“

Unter den Schülern Papajis knisterte die Erwartung. Denn was würde der Meister wohl alles kluges dazu sagen können. Zum Beispiel: „Finde die Stille hinter dem Lärm“, oder „Umarme den Lärm“, oder „Der Lärm ist nur Illusion“. Sicher hätten sich tausend Gelegenheiten für solche Sätze geboten.

Doch der Meister antwortete: „Zieh um.“

Warum ich diese Anekdote erzähle? Weil auch ich täglich in meiner Arbeit mit Menschen Kontakt habe, die einen großen Leidensdruck empfinden. Beispielsweise befinden sie sich in höchst problematischen Beziehungen, in stressbehafteten Berufen, oder in quälenden Anfeindungen.

Was ich dann immer wieder höre, macht mich ebenso hellhörig wie traurig. Denn viele Menschen sind, infiziert von zeitgenössischen Selbstheilungslehren, von LoA, Manifestationsfantasien, von flachen Transformationskonzepten oder von folgenreichen Fehlinterpretationen östlicher Weisheitslehren, nahezu vollständig paralysiert und handlungsunfähig, und nicht im Stande, Situationen, die schon seit Jahren als ausweglos oder schadhaft erkannt werden, zu verlassen.

Ein Beispiel: da bleibt jemand in einer Beziehung mit einem Mann, der cholerisch ist, gewalttätig, untreu, respektlos. Da bleibt jemand in einem Beruf, obwohl er seit Monaten gemobbt, gedemütigt oder nicht bezahlt wird. Da bleibt jemand in einer Freundschaft, obwohl psychischer Missbrauch geschieht. Kurzum: in einer Situation, in der er sich als zutiefst unfroh und unfrei erlebt.

Ich begegne Menschen, die zutiefst internalisiert haben, dass sie, wenn sie nur in der Lage wären, ihre „Blockade“, ihr „Muster“, ihr „Karma“ oder ihren „blinden Fleck“ aufzulösen, nicht nur sich selbst heilen sondern ihre gesamte Umwelt schlagartig in Einsicht und Tugend katapultieren würden. Mehr noch, sie betrachten es oft sogar als ihre Aufgabe, eben dieses zu tun. „Was will mir das Außen denn zeigen, was ich noch im Inneren lösen muss?“ ist das endlose Mantra dieses Glaubens, denn der Mensch bezieht absolut alles auf sich. Da bahnt sich ein Martyrium den Weg, das kaum noch zu verlassen ist, weil es von zahllosen Dingen genährt wird:

Von der Angst – der Mensch denkt, er verfehle seinen Seelenauftrag, wenn er sich nicht opferbereit einer unerträglichen Situation fügt. Dementsprechend gestattet er sich selbst nicht die Freiheit, die Situation zu verlassen.

Von Narzissmus – der Mensch denkt, gemäß dem stark vereinfachten Prinzip von „wie innen, so aussen“, dass es nur einer inneren Einsicht bedürfe, und alle involvierten Menschen würden sich gleich miterlöst dem Richtigen zuwenden. Dementsprechend denkt er, es obliege seiner Verantwortung, die Anderen zu „retten“.

Von einer infantilen Bedürfnisstruktur – der Mensch denkt, einem Kind gleich, dass es absolut nicht akzeptabel oder möglich sei, von einem tief empfundenen Wunsch abzulassen. Er fordert die Befriedigung seines Bedürfnisses unerbittlich ein – die gelingende Beziehung, den stressfreien Beruf, den Wohlstand – und sei es, wie in diesem Fall, durch Selbstkasteiung.

In den Resonanz- und Manifestationslehren ebenso wie in so gut wie allen anderen zeitgenössischen Lehren befinden sich ohne Zweifel respektable Wahrheiten für den der aufmerksam genug hingucken mag, allerdings führen Reduktion und Misinterpretation immer aufs Neue dazu, dass Menschen ihre eigene Freiheit und Gestaltungskraft entäußern und sich in einen Teufelskreis aus Leiden fügen, den sie selbst mitverursachen. Sie tun dies in gutem Glauben und mit gutem Willen, doch ohne gutes Ergebnis.

Solange Du glaubst, Du könnest die Außenwelt den vermeintlichen Erkenntnissen Deiner Innenwelt unterwerfen, befindest Du Dich immer noch in Selbst- und Kontrollsucht. Selbst- und Kontrollsucht aber liegt immer die Angst zugrunde, und nicht etwa die Liebe, für die Du meinst, Dich gerade aufzuopfern. Du befindest Dich in einem Narzissmus, der alles persönlich nimmt, von der unfreundlichen Kassiererin bis hin zum Unwetter, das dir das Dach Deines Hauses wegreisst. Dass Deine Haltung Einfluss auf die Außenwelt hat, ist unbestritten, doch werde nicht maßlos selbstüberschätzend in der Betrachtung dieses Einflusses.

Es gibt keine Regel, wie mit einer dramatischen Partnerschaft, einem belastenden Job oder einer nervtötenden Freundin umzugehen sei. Dass es eine Regel gibt, möchten Dich viele der zeitgenössischen Selbstheilungslehren jedoch glauben machen. Es gibt bloss jeden Tag aufs Neue Deine schöpferische Freiheit, Deinen Mut, Dir und dem Anderen gegenüber ehrlich zu sein, Deine Wahl, Dich hingebungsvoll in eine schmerzvolle Situation zu fügen oder sie hingebungsvoll zu verlassen, oder Dich für weitere Jahre um Entscheidungen zu drücken. Niemand bringt Dich um die Qual dieser Freiheit. Um die Verantwortung. Um die Erkenntnis, dass auch der Andere frei ist, selbst frei noch von Deinen Wünschen.

Wenn Dir also demnächst ein Heiler, Guru oder Lehrer erzählt, Du müssest nur weniger bewerten, gottergebener sein oder den karmischen Knoten aus der französischen Revolution lösen, damit der Lärm unter Dir im Laden verschwindet, wenn Du versucht bist, das Leben totzuabstrahieren, dann ziehe in Betracht, dass es weitaus ehrlicher, heilsamer und naheliegender sein könnte, schlicht und ergreifend umzuziehen.

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Wir können auf Veränderung warten, aber das bedeutet, auf den Anderen zu warten, der den ersten Schritt gehen soll, oder auf eine Zeit zu warten, in der sich glückliche Umstände fügen. Das Warten, das oft im Leben einen so tiefen Wert und Sinn hat, kann uns zu einer Gefangenschaft werden – zu einer niemals endenden Vertagung unserer Tat, unserer Kraft, unserer Erfüllung.
Veränderung zu gestalten ist etwas anderes: es bedeutet, selbst den ersten Schritt zu gehen. Es bedeutet, eine Erkenntnis, eine Erfahrung, vielleicht auch nur eine Hoffnung in die Tat umzusetzen, unabhängig davon, wie viel Erkenntnis oder Tatkraft im Anderen ist, ja, selbst noch unabhängig davon, ob der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein scheint.

Im Moment, in dem wir den ersten Schritt gehen, mögen wir allein sein, furchtsam, heimatlos oder sogar verrückt. Aber unsere innere wie äußere Welt bedarf einer Ver-Rückung vorhandener Perspektiven, sie bedarf beherzter Taten, die ihre eigene Sprache sprechen. Eine Sprache, die beredt genug ist, um die Sprache der Herrschaft, der Besitzgier und Gleichgültigkeit zu entlarven und zu beenden.

Wir gestalten Veränderung, wir selbst werden Veränderung, indem wir unsere Verantwortung und unser Verbundensein mit den Geschicken der Anderen und der Schöpfung erkennen, anerkennen und bejahen. Indem wir den Dingen, Taten und Orten folgen, die uns in eine Erfahrbarkeit und Verkostung dieser Zusammenhänge führen, die uns erlauben, den schmalen Grat der eigenen Glückssehnsucht zu verlassen und einen weiteren Blick einzuüben.

Viele Lebenshilfestrategien haben uns in eine befremdliche Innerlichkeit geführt, in einen Egoismus, der sich spirituell nennt, in eine Selbstbezogenheit, die jede freie Hinwendung zum Du verunmöglicht zu haben scheint. Zu unerbittlichen Beobachtern unserer selbst sind wir geworden, immer den eigenen Fortschritt, den eigenen Reichtum, die eigene Unversehrtheit im Blick. Wie gläserne Gefäße gehen wir durch diese Welt, leise fürchtend, wir könnten an den Tragödien dieser Welt zerbrechen und unseren inneren Frieden verschütten und nie wieder zurück erlangen.

Innerlich zu sein, sich selbst mutig und liebevoll anzusehen, bedeutet aber unweigerlich, auf das Du verwiesen zu werden, auf das Andere, das in seiner Schönheit uns an unsere Schönheit erinnert, in seiner Not an unsere Bedürftigkeit und in seiner Unvollkommenheit an unser Tun, das mit dem Sosein dieser Welt, das mit dem Leiden jeglichen Geschöpfes nicht im Frieden sein kann.

Die Not der Welt ruft nach unserem Willen zur Veränderung. Die Schönheit dieser Welt ruft nach unserem Willen zur Veränderung. Etwas in uns will werden, was wir seit jeher schon sind: Geschöpfe, in denen die Liebe Gestalt annehmen will. Veränderung zu gestalten ist schöpferisch, ist Ausdruck unserer Natur, Ausdruck des Geistes der sich verschenkt und der sich gleichermaßen in unserer Tat ereignen will – als Leben, das wächst und sich entfaltet. Als Liebe, die sich den Raum erringt, der ihr längst gehört.

change

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schoepferkraft_blog

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Viele der heute populären Manifestationstechniken handeln vom „Seelenpartner“, vom Erlangen einer glücklichen Partnerschaft mit dem oder der „Einen“. So verständlich der Wunsch nach einer bedeutungsvollen und exklusiven Partnerschaft ist, so offensichtlich ist auch, dass viele dieser Techniken Verantwortung leugnen, zweisame Beziehungen idealisieren und eine Kontrollierbarkeit der Liebe behaupten.

Wer offen für eine gesunde, innige und wahrhaftige Beziehung sein möchte, darf ganz sicher zuerst an sich selbst arbeiten: Unnötige Bedürftigkeiten ablegen, in die Eigenverantwortung treten, idealisierende Erwartungen loslassen und achtsame Begegnung zulassen. Wer ein starker und freier Partner sein will, darf lernen, den Anderen um seiner selbst willen zu lieben, und nicht weil dieser Lücken füllt, unter denen man selbst leidet.

Der „Seelenpartner“ stellt keinen Lebenssinn her, den Du nicht zunächst in Dir selbst findest. Die ideale Partnerschaft befreit Dich nicht von der Verantwortung, Dir selbst zu begegnen. Auch ergänzt sie kein Fehlendes in Dir. Eine „Seelenpartnerschaft“ degradiert nicht Deine bisherigen Beziehungen zur Bedeutungslosigkeit. Jede Deiner Beziehungen ist Teil Deines Weges. Jede Beziehung hat Bedeutung.

Wenn Du rückblickend erkennst, dass Du Beziehungen gelebt hast, in denen Du abhängig, unzufrieden, einsam oder nicht Du selbst warst, dann ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, Änderung zu bejahen und die Perspektive zu wechseln. Dafür musst Du nicht das nahezu Unmögliche herbeiwünschen, -zaubern oder –manifestieren. Viel fruchtbringender ist es, Dir Klarheit über Deine derzeitige Lebenssituation zu verschaffen, Deine Bedürfnisse und Gaben zu erkennen und Deinen Herzenswunsch/Deine Absicht verantwortungsvoll auszudrücken. Dabei ist es wichtig, dies im Einklang mit der Ordnung zu tun, in die wir gebettet sind.

Dich der zweisamen Liebe zu öffnen und sie in Dein Leben einzuladen, kann auf vielfältige Weisen geschehen. Ich unterstütze Dich dabei, dies in rituellem/zeremoniellem Rahmen zu tun und so einen kraftvollen Impuls für Veränderung zu setzen.

Ich freue mich auf Deine Anfrage. (www.klanggebet.de)

seelenpartner_blog

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